Morgan Stanley taucht immer tiefer in die Welt der Kryptowährungen ein, genau wie viele andere Großbanken. Nach dem erfolgreichen Start eines eigenen Bitcoin-Fonds und den Plänen für eine Krypto-Handelsplattform richtet die amerikanische Investmentbank nun ihren Fokus auf den schnell wachsenden Markt der Stablecoins.
Mit einem neuen Fonds will Morgan Stanley zum Hüter der Hunderte Milliarden Dollar werden, die hinter diesen digitalen Dollars stehen.
Ein Tresor für digitale Dollars
Morgan Stanley gab die Pläne in einer Pressemitteilung bekannt. Der neue Fonds mit dem Namen Stablecoin Reserves Portfolio (Ticker: MSNXX) wird von Morgan Stanley Investment Management verwaltet. Er soll als sicherer Aufbewahrungsort für das tatsächliche Geld dienen, das Stablecoin-Emittenten als Reserve halten müssen.
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die eins zu eins an den Wert einer herkömmlichen Währung, meist des US-Dollars, gekoppelt ist. Für jeden in Umlauf gebrachten digitalen Dollar muss irgendwo ein echter Dollar als Deckung bereitliegen. Morgan Stanley möchte dieser Tresor sein.
Der Fonds investiert ausschließlich in die sichersten Papiere: Bargeld, kurzfristige US-Staatsanleihen und sogenannte Repos (kurzfristige Kredite mit Staatsanleihen als Sicherheit). Er zielt auf einen festen Wert von genau einem Dollar pro Anteil ab, ohne die täglichen Kursschwankungen eines gewöhnlichen Investmentfonds.
Gesetz ebnet den Weg
Seit Präsident Donald Trump am 18. Juli 2025 den GENIUS Act unterzeichnete, verfügen die Vereinigten Staaten erstmals über einen föderalen Rahmen für Stablecoins. Das Gesetz verpflichtet Emittenten, ihre Coins eins zu eins mit physischen Dollars, kurzfristigen US-Staatsanleihen oder anderen risikoarmen Anlagen zu decken. Diese Reserven bringen Zinsen ein und bilden das Geschäftsmodell eines Stablecoin-Emittenten.
Viele Anbieter wie Tether verwalten diese Staatsanleihen selbst. Emittenten können sie jedoch auch an einen Geldmarktfonds auslagern, und hier setzt Morgan Stanley an. Der Fonds ist laut der Bank speziell darauf ausgelegt, die Anforderungen des GENIUS Act zu erfüllen.
„Wir freuen uns, dem Markt eine neue Anlagelösung anzubieten, die auf die Bedürfnisse von Stablecoin-Emittenten eingeht“, so Fred McMullen, Co-Leiter Global Liquidity bei Morgan Stanley Investment Management.
Es gibt viele Gründe, warum ein Emittent das Management lieber auslagert als selbst vorzunehmen:
- Kein operativer Aufwand: Kein eigenes Team erforderlich, um Anleihen zu kaufen, zu verwalten und rechtzeitig zu ersetzen.
- Schnell verfügbare Mittel: Der Fonds kann täglich auszahlen, auch wenn viele Kunden gleichzeitig ihre Stablecoins einlösen wollen.
- Integrierte Aufsicht: Die verpflichtenden Prüfungen und monatlichen Berichte werden vom Fonds erledigt.
Warum gerade der Fonds von Morgan Stanley? MSNXX ist direkt auf die Regeln des GENIUS Act zugeschnitten, während andere Geldmarktfonds allgemeiner gehalten sind und nicht perfekt zur gesetzlichen Struktur passen. Zudem spielt der Name der Bank eine Rolle. Mit 1,9 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen ist Morgan Stanley ein bekanntes Gesicht sowohl für institutionelle Kunden als auch für Aufsichtsbehörden.
Stablecoin-Markt wächst rasant
Der Stablecoin-Markt ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Der Gesamtmarktwert liegt inzwischen bei etwa 322 Milliarden Dollar, ein Anstieg von rund 50 Prozent innerhalb eines Jahres. Tethers USDT ist mit Abstand der größte, gefolgt von Circles USDC.
Dank klarer Regulierungen sehen wir in letzter Zeit immer mehr große Unternehmen und auch Finanzriesen einsteigen. Stablecoins haben sich damit von einer praktischen Einstiegsmöglichkeit in die Kryptowelt zu einer ernsthaften Ebene im globalen Zahlungsverkehr entwickelt. Dank Blockchain-Technologie kann Geld schnell, kostengünstig und rund um die Uhr weltweit transferiert werden.
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