Eine der größten Investmentbanken der Welt geht einen neuen Schritt in Richtung Kryptomarkt. Morgan Stanley plant den Aufbau einer eigenen Kryptoplattform.
Damit will der amerikanische Finanzriese digitale Coins wie Bitcoin (BTC) nicht mehr nur über Partner anbieten, sondern direkt in die eigene Organisation integrieren.
Morgan Stanley strebt umfassende Krypto-Infrastruktur an
Morgan Stanley hat bekannt gegeben, dass es seine digitalen Aktivitäten erheblich ausweiten will. Die Bank plant, nicht länger über externe Partner Kryptodienste anzubieten, sondern eine vollständig integrierte Plattform zu entwickeln. Diese Nachricht wurde auf der Strategy World 2026-Konferenz veröffentlicht.
Dieser Schritt bedeutet, dass Kunden von E*TRADE bald direkt Kryptowährungen kaufen und verkaufen können. E*TRADE gehört seit 2020 zu Morgan Stanley. Die Bank übernahm die Plattform damals für etwa 13 Milliarden Dollar.
E*TRADE behält zwar weiterhin seinen eigenen Namen und seine Umgebung, ist jedoch vollständig in die Morgan Stanley-Gruppe integriert. Dadurch können Kunden bald einfacher innerhalb derselben Bankumgebung Kryptowährungen erwerben.
Amy Oldenburg, Leiterin der digitalen Strategie bei Morgan Stanley, sieht das weltweite Wachstum von Krypto als wichtigen Grund für die Expansion. „Da dieser Markt immer reifer wird und immer mehr große Akteure einsteigen, wollen wir unseren Kunden ein umfassendes Dienstleistungsangebot bieten“, so Oldenburg.
Eigenes Verwahrungssystem für Bitcoin und andere Kryptowährungen
Morgan Stanley plant, ein vollständig integriertes System für Handel und Verwahrung zu entwickeln. Das bedeutet, dass die Bank selbst die Technologie dafür aufbaut und die Speicherung digitaler Coins organisiert, anstatt diese Dienste bei anderen Unternehmen einzukaufen.
„Wir können nicht einfach die Technologie anderer mieten, um dies zu ermöglichen. Die Menschen erwarten von Morgan Stanley, sie vertrauen auf unsere Marke, dass alles reibungslos funktioniert“, sagte Oldenburg während eines Gesprächs auf der Strategy World.
Für viele traditionelle Investoren ist dies ein bedeutender Schritt. Sie wünschen sich Sicherheit, dass ihre Kryptowährungen sicher verwahrt werden und alles rechtlich einwandfrei geregelt ist. Gleichzeitig sieht die Bank, dass ein Teil der Kryptoinvestoren ihre Coins lieber selbst verwaltet. Sie entscheiden sich für die Eigenverwaltung, bei der sie Krypto mit einem persönlichen digitalen Schlüssel speichern.
Warum dieser Schritt jetzt erfolgt
Die Bank verwaltet etwa 8 Billionen Dollar an Vermögen. Dennoch halten viele Kunden ihre Krypto noch außerhalb der Bank, auf spezialisierten Börsen oder in eigenen Wallets.
Indem Morgan Stanley diese Krypto auf die eigene Plattform holt, kann die Bank mehr bieten als nur Handelsmöglichkeiten. Sie kann auch zusätzliche Dienstleistungen anbieten, wie Produkte, mit denen Kunden Zinsen auf ihre Krypto erhalten, oder Kredite, bei denen Krypto als Sicherheit dient.
Auch generell wird Krypto an der Wall Street zunehmend ernst genommen. Bitwise CIO Matt Hougan betont, dass große Banken und Vermögensverwalter stark auf Tokenisierung setzen, bei der traditionelle Anlagen wie Aktien und Anleihen digital auf einer Blockchain erfasst werden.
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