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Tether hat in einer Debatte, die das Unternehmen seit Jahren begleitet, einen wichtigen Schritt gemacht. Erstmals wurden die vollständigen Jahresabschlüsse des Herausgebers des Stablecoins USDT von einer der größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt geprüft.
KPMG US prüfte den Jahresabschluss für 2025 und erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach Einschätzung der Prüfer vermittelt der Abschluss in allen wesentlichen Punkten ein zutreffendes Bild der finanziellen Lage von Tether. Demnach überstiegen die Reserven Ende 2025 die Verbindlichkeiten um 6,814 Milliarden US-Dollar.
Tether veröffentlicht seit Jahren vierteljährlich Bescheinigungen zu den Reserven hinter USDT. Eine vollständige Prüfung des Jahresabschlusses durch eine große unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft fehlte bislang jedoch.
Das ändert sich nun. KPMG prüfte nicht nur, welche Vermögenswerte Tether seinen Verbindlichkeiten gegenüberstellt, sondern den gesamten Jahresabschluss. Untersucht wurden unter anderem Transaktionen, Systeme, Eigentumsnachweise, Bewertungen und Gegenparteien.
KPMG erteilte anschließend ein sogenanntes uneingeschränktes Prüfungsurteil. In Deutschland entspricht das einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Es ist die positivste Form eines Urteils, die ein unabhängiger Prüfer abgeben kann, und bedeutet, dass KPMG keine wesentlichen Abweichungen festgestellt hat, die einen Vorbehalt erforderlich gemacht hätten.
Aus den geprüften Zahlen geht zudem hervor, dass Tether Ende 2025 über 6,814 Milliarden US-Dollar mehr Reserven verfügte, als Verbindlichkeiten ausstanden.
Für Tether ist das ein wichtiger Punkt. Das Unternehmen stand jahrelang wegen der Zusammensetzung und Kontrolle der Reserven hinter USDT in der Kritik. CEO Paolo Ardoino verweist deshalb darauf, dass Kritiker lange bezweifelt hätten, dass Tether jemals eine vollständige Prüfung vorlegen werde.
„Einige Kritiker haben jahrelang behauptet, eine Prüfung von Tether lasse sich nicht abschließen“, sagte Ardoino. „Wir haben erneut gezeigt, dass sie falschlagen.“
Die Prüfung ging nach Angaben von Tether weit über die Kontrolle einzelner Zahlen auf dem Papier hinaus. KPMG prüfte unter anderem die Vermögenswerte, aus denen die Reserven bestehen, die ausgegebenen Token, Einnahmen, Zahlungsströme und Veränderungen des Eigenkapitals.
Bemerkenswert ist die Kontrolle des physischen Goldbestands. Prüfer von KPMG sollen jeden einzelnen Goldbarren von Tether vor Ort gezählt und inspiziert haben. Dabei wurden auch die Identifikationsmerkmale der Goldbarren überprüft.
Die Prüfer verließen sich damit nicht allein auf Unterlagen von Unternehmen, die das Gold im Auftrag von Tether verwahren.
Dieses Detail ist relevant, weil Tether neben US-Staatsanleihen und anderen Finanzanlagen auch eine beträchtliche Menge physischen Goldes hält. Die vollständige Prüfung sollte Sicherheit darüber schaffen, dass die in der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte tatsächlich vorhanden und korrekt bewertet sind.
Die Prüfung ist vor allem wegen der enormen Größe von USDT bedeutsam. Stablecoins sollen einen stabilen Wert halten, und für jeden ausgegebenen USDT muss Tether ausreichende Reserven vorhalten.
USDT wird weltweit für den Kryptohandel, Zahlungen, internationale Geldtransfers und als digitaler Zugang zum US-Dollar genutzt. Nach Angaben von Tether nutzen inzwischen mehr als 650 Millionen Menschen die Dienste des Unternehmens, vor allem in Schwellenländern.
Je größer USDT wird, desto wichtiger wird die Frage, ob Tether tatsächlich über ausreichende und qualitativ hochwertige Reserven verfügt, um seinen Verpflichtungen nachzukommen.
Deshalb besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen den Berichten, die Tether bislang veröffentlichte, und der nun von KPMG vorgenommenen Prüfung. Die früheren Quartalsbescheinigungen waren Momentaufnahmen der Reserven. Bei einer vollständigen Jahresabschlussprüfung betrachten Prüfer die Finanzbuchhaltung, Transaktionen, Systeme und Nachweise über ein gesamtes Geschäftsjahr hinweg deutlich umfassender.
Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk von KPMG beendet nicht automatisch jede künftige Debatte über Tether. Die Prüfung bezieht sich auf den Jahresabschluss für 2025 und die finanzielle Lage zum 31. Dezember dieses Jahres. Dennoch legt Tether damit jene unabhängige Kontrolle vor, über die das Unternehmen und seine Kritiker jahrelang gestritten haben.
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