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Die Regierung von Donald Trump erwägt, Dollar-Stablecoins im Ausland aktiv zu fördern. Offiziell soll das den Dollar als Weltwährung absichern. Doch Washington hätte noch einen weiteren Vorteil: neue Käufer für seine Staatsschulden.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete gestern unter Berufung auf Insider, dass die Regierung Gemeinschaftsunternehmen mit privaten Firmen prüft. Dabei investieren Staat und Unternehmen gemeinsam und teilen sich das Risiko.
Stablecoin-Projekte gehören zu den Sektoren, in denen Washington eine solche Zusammenarbeit anstrebt. Entschieden ist noch nichts; es handelt sich um Pläne, die intern diskutiert werden.
Das Finanzministerium und das Außenministerium sollen ebenso eingebunden werden wie die US International Development Finance Corporation (DFC). Die staatliche Institution arbeitet mit Unternehmen an US-amerikanischen Zielen im Ausland.
Stablecoins sind Krypto-Coins mit stabilem Wert, meist an den US-Dollar gekoppelt. Im Kern sind sie digitale Dollar auf einer Blockchain. Anleger nutzen sie für den Kryptohandel, Unternehmen und Privatpersonen für schnelle grenzüberschreitende Überweisungen.
Das Vertrauen beruht auf einem zentralen Versprechen: Der Token lässt sich jederzeit gegen einen echten Dollar eintauschen. Deshalb halten Emittenten Reserven in Bargeld und kurz laufenden US-Staatsanleihen.
Seit dem Genius Act, dem Stablecoin-Gesetz, das Trump im vergangenen Jahr unterzeichnete, ist das auch gesetzlich vorgeschrieben. Emittenten müssen ihre Token nach diesem Gesetz unter anderem mit Dollarbeständen und kurz laufenden Staatsschuldtiteln besichern.
Hier liegt der ökonomische Kern des Plans. Jeder Dollar-Stablecoin, der im Ausland zirkuliert, fließt über die Reserven zu großen Teilen in US-Staatsschulden.
Kauft ein Unternehmer in Argentinien USDT im Wert von 1.000 Dollar, legt Tether dieses Geld größtenteils in US-Staatsanleihen an. So leiht dieser Unternehmer Washington indirekt Geld.
Der Stablecoin-Markt hat derzeit ein Volumen von rund 292 Milliarden Dollar. Tethers USDT und Circles USDC kommen zusammen auf knapp 90 Prozent. Das entspricht etwa 263 Milliarden Dollar.
Emittenten halten inzwischen fast 200 Milliarden Dollar an US-Staatsanleihen. Das entspricht mehr als zwei Dritteln des gesamten Marktes. Damit zählen sie zu den 20 größten Haltern und liegen vor den Reserven mehrerer großer Länder.
Finanzminister Scott Bessent hatte Dollar-Stablecoins bereits als Stützpfeiler des Dollars als Reservewährung bezeichnet. Zudem verwies er darauf, dass der Dollar an fast 90 Prozent aller Devisentransaktionen beteiligt ist. Aus seiner Sicht kann das Wachstum von Stablecoins diese Position weiter stärken.
Im Kern geht es jedoch auch um Finanzierung. Washington muss ein enormes Haushaltsdefizit decken und kann jeden zusätzlichen Käufer seiner Schulden gebrauchen.
Insider nennen diese zusätzliche Nachfrage nach Staatsanleihen daher ausdrücklich als Ziel. Eine höhere Nachfrage drückt auf die Renditen, die derzeit auf historisch hohen Niveaus liegen.
Für Schwellenländer stellt sich die Lage anders dar. Stablecoins umgehen Banken, dadurch können Zentralbanken Geldströme nur schwer verfolgen oder steuern.
Wechseln Bürger massenhaft in digitale Dollar, gerät die heimische Währung unter Druck. Die Zentralbank verliert dann Einfluss auf die Geldströme im eigenen Land.
Vor allem Länder, die strukturell mehr im Ausland ausgeben, als sie einnehmen, sind gefährdet. Sie sind auf ausländisches Kapital angewiesen und spüren es unmittelbar, wenn dieses Geld abfließt.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnten bereits mehrfach, dass Dollar-Stablecoins in Krisenzeiten Kapitalflucht beschleunigen können. Dann fließt Geld in hohem Tempo aus einem Land ab.
Mit einem Stablecoin auf dem Smartphone geht das schneller als früher. Eine Bankfiliale oder Wechselstube ist dafür nicht mehr nötig.
Europa schlägt unterdessen einen eigenen Weg ein. Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet an einem digitalen Euro und startete in dieser Woche ein Projekt, das Blockchain-Märkte mit dem bestehenden europäischen Zahlungsverkehr verbindet.
Damit will Europa unabhängiger von ausländischen Zahlungssystemen werden.
China arbeitet im Rahmen von Project mBridge mit anderen Ländern an einem eigenen digitalen Zahlungsnetzwerk. Der digitale Yuan gehört zu den Währungen, die dort genutzt werden.
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