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An den US-Dollar gekoppelte Stablecoins gewinnen in Ländern mit eingeschränktem Zugang zu Devisen zunehmend an Bedeutung. Eine neue Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) kommt zu dem Schluss, dass diese digitalen Dollar den Menschen helfen können, ihre Kaufkraft zu schützen. In einer Währungskrise können sie den Druck auf die nationale Währung jedoch erheblich erhöhen.

IWF sieht Stablecoins mit doppelter Wirkung

Die Einschätzung stammt aus einem Arbeitspapier des IWF-Ökonomen Brandon Joel Tan. Er untersuchte, wie Dollar-Stablecoins in Ländern mit festem oder streng kontrolliertem Wechselkurs funktionieren, in denen der Staat den Zugang zu US-Dollar begrenzt.

Tan zufolge können Stablecoins eine wichtige Alternative sein, wenn offizielle Wechselstuben oder Banken die Nachfrage nach US-Dollar nicht bedienen können. Bürger erhalten dadurch Zugang zu Devisen, ohne auf traditionelle Finanzinstitute angewiesen zu sein.

Gleichzeitig verweist die Studie auf einen zentralen Nachteil. Stablecoins machen die Nachfrage nach US-Dollar über einen öffentlich sichtbaren Marktpreis laufend transparent. Dieser Preis könne nach Einschätzung Tans signalisieren, dass Dollar knapp werden. Das könne dazu führen, dass mehr Menschen gleichzeitig ihre lokale Währung umtauschen.

Nach seiner Einschätzung führt der dauerhaft sichtbare Preis dazu, dass Menschen bei schwindendem Vertrauen in die eigene Währung schneller gemeinsam in US-Dollar wechseln.

Gerade während einer Währungskrise kann das problematisch werden. Wenn viele Menschen gleichzeitig in Dollar-Stablecoins wechseln, steigt der Druck auf die nationale Währung weiter. Ihr Wert kann dadurch schneller fallen, während es für die Regierung schwieriger wird, den Wechselkurs zu verteidigen. Um dieses Risiko zu begrenzen, könnten Aufsichtsbehörden Tan zufolge vorübergehend Limits für außergewöhnlich große oder panikgetriebene Transaktionen einführen.

Stablecoins gewinnen in immer mehr Ländern an Bedeutung

Die Praxis zeigt der Untersuchung zufolge, dass Dollar-Stablecoins in Ländern mit eingeschränktem Zugang zu US-Dollar bereits immer häufiger genutzt werden. So orientierten sich Händler auf einem Flughafen in Bolivien im Jahr 2025 am Kurs von USDT, während Kunden weiterhin in US-Dollar oder in bolivianischen Boliviano bezahlen konnten.

Auch in Argentinien wurden Stablecoins breit genutzt. Weil die Bevölkerung nur eingeschränkt an US-Dollar kam und der Peso rasch an Wert verlor, tauschten viele ihre Pesos über informelle Wechselstuben gegen Dollar-Stablecoins zu Kursen, die näher am freien Markt lagen.

Der Financial Stability Board (FSB) stellte bereits im März fest, dass Dollar-Stablecoins in Schwellenländern zu einer stärkeren Nutzung ausländischer Währungen, einer weniger wirksamen Geldpolitik und zur Umgehung von Kapitalverkehrskontrollen führen können. Nach Einschätzung der Aufsichtsbehörde ist es daher wichtig, dass Regierungen die weitere Entwicklung des Stablecoin-Marktes genau beobachten.

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