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Der europäische Stablecoin-Markt bekommt einen wichtigen neuen Akteur. Bridge, der Anbieter von Stablecoin-Technologie für den Zahlungsriesen Stripe, hat grünes Licht erhalten, um seine Aktivitäten in der Europäischen Union weiter auszubauen.
Die Luxemburger Einheit von Bridge ist offiziell in das europäische MiCA-Register aufgenommen worden. Damit sichert sich das Unternehmen eine stärkere Position in einem Markt, in dem Stablecoins zunehmend als Alternative zu klassischen grenzüberschreitenden Zahlungen gelten.
Bridge ist keine klassische Kryptobörse, an der Privatanleger Bitcoin oder Ethereum kaufen. Das Unternehmen entwickelt vielmehr die Technologie, mit der andere Firmen Stablecoins für Zahlungen einsetzen können.
Ein Beispiel wäre ein Unternehmen, das Dollar nach Europa transferieren will, ohne dafür den klassischen internationalen Zahlungsverkehr zu nutzen. Mit Stablecoins lässt sich Geld digital und nahezu in Echtzeit bewegen, während der Wert an eine Währung wie den Euro oder den Dollar gekoppelt bleibt.
Genau deshalb ist Bridge für den Markt interessant. Das Unternehmen stellt diese Infrastruktur unter anderem Stripe zur Verfügung, einem der größten Zahlungsdienstleister der Welt.
Bridge hatte zuvor bereits zwei Genehmigungen der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF erhalten. Unter MiCA darf das Unternehmen als Crypto-Asset Service Provider tätig sein und verfügt zudem über eine Lizenz als Electronic Money Institution.
Die Aufnahme in das europäische Register bestätigt, dass Bridge seine Stablecoin-Aktivitäten innerhalb des neuen europäischen Regulierungsrahmens weiter ausbauen kann.
Bridge ist inzwischen der 42. zugelassene Emittent sogenannter Electronic Money Tokens, kurz EMTs.
Hinter dem sperrigen Begriff steht in der Praxis eine bestimmte Kategorie von Stablecoins. Gemeint sind digitale Token, deren Wert an eine einzelne offizielle Währung gekoppelt ist, etwa an den Euro.
Für die Kryptobranche ist vor allem entscheidend, dass die Zahl der zugelassenen Anbieter weiter steigt. Europa hat mit MiCA einen einheitlichen Regulierungsrahmen für Kryptounternehmen geschaffen. Firmen müssen sich damit nicht mehr in jedem EU-Land auf völlig unterschiedliche Regeln einstellen.
Das macht es für große Finanz- und Technologieunternehmen attraktiver, Kryptodienste in Europa aufzubauen.
Auffällig ist, dass zugleich drei deutsche Banken in das MiCA-Register aufgenommen wurden. Die Volksbank Die Gestalterbank, die VBU Volksbank im Unterland und die VR-Bank Erding erhielten eine Registrierung als Kryptodienstleister.
Damit stehen inzwischen 324 zugelassene Crypto-Asset Service Provider im europäischen Register.
Das verweist auf eine breitere Entwicklung. MiCA ist längst nicht mehr nur für Kryptobörsen und spezialisierte Kryptounternehmen relevant. Auch klassische Banken suchen zunehmend nach Wegen, Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte anzubieten.
Gleichzeitig bleibt Europa bei bestimmten Arten digitaler Coins vorsichtig. Bislang steht kein einziger zugelassener Emittent von Asset-Referenced Tokens im MiCA-Register. Dabei handelt es sich um Token, die ihren Wert anders als klassische Stablecoins an mehrere Vermögenswerte oder andere Referenzgrößen koppeln können.
Für Bridge ist der Weg dagegen frei. Das Unternehmen kann seine europäischen Aktivitäten in einer Phase ausbauen, in der Stablecoins immer stärker zur Schnittstelle zwischen klassischem Zahlungsverkehr und Kryptomarkt werden.
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