Newsbit
Im Store ansehen
Ansehen

Binance stand offenbar kurz vor einer wichtigen europäischen Lizenz, musste die Pläne am Ende aber aufgeben. Nach Informationen des Wall Street Journal spielte Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), dabei eine zentrale Rolle. Sie soll sich persönlich gegen den MiCA-Antrag der Kryptobörse in Griechenland ausgesprochen haben.

Lagarde hatte demnach unter anderem Bedenken wegen früherer Verstöße von Binance in den USA und zweifelte daran, dass sich die Kryptobörse langfristig an die europäischen Regeln halten würde. Zudem soll sie befürchtet haben, dass Binance die Nutzung von an den Dollar gekoppelten Stablecoins in Europa weiter vorantreiben könnte.

Gerade dieser Punkt ist heikel, weil die EZB am digitalen Euro arbeitet und verhindern will, dass Europa bei digitalen Zahlungen immer stärker vom US-Dollar abhängig wird.

Binance zog den Antrag schließlich zurück, bevor die griechische Aufsicht eine formelle Entscheidung traf.

Binance stand offenbar kurz vor EU-Lizenz

Binance hatte Ende 2025 in Griechenland eine Lizenz nach der europäischen Kryptoverordnung MiCA beantragt. Mit einer solchen Lizenz kann eine Kryptobörse von einem EU-Land aus grundsätzlich auch Kunden in anderen Mitgliedstaaten bedienen. Für Binance war der Antrag damit der wichtigste Weg, die eigene Position in Europa abzusichern.

Zunächst schien das Verfahren in die richtige Richtung zu laufen. Nach Angaben des Wall Street Journal war Binance Ende Mai sogar so sicher mit einer Genehmigung, dass bereits eine Pressemitteilung vorbereitet war. CEO Richard Teng sollte für einen Fototermin mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis nach Athen reisen. Auch der lokale Binance-Chef stand kurz davor, ein Büro anzumieten.

Anfang Juni kam ein weiteres positives Signal hinzu. Griechische Beamte teilten einem Ausschuss der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA laut der Zeitung mit, dass sie die Lizenz genehmigen wollten.

Kurz darauf änderte sich die Lage. Ein hochrangiger Vertreter der griechischen Aufsicht soll Binance mitgeteilt haben, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde sich gegen den Antrag ausgesprochen habe. Sie soll Mitsotakis persönlich gebeten haben, die Lizenz nicht zu genehmigen.

Bemerkenswert ist, dass die EZB formal nicht über MiCA-Lizenzen entscheidet. Zuständig ist die nationale Aufsicht, in diesem Fall die griechische HCMC. Sie betont, der Antrag sei unabhängig und ausschließlich nach europäischen und nationalen Regeln geprüft worden. Auch die griechische Regierung bestreitet, an der Bewertung beteiligt gewesen zu sein.

Lagarde hatte auch Bedenken wegen Stablecoins

Ein zentraler Einwand war der Zeitung zufolge die Vergangenheit von Binance. Die Kryptobörse bekannte sich 2023 in den USA wegen Verstößen gegen Vorschriften zur Geldwäscheprävention schuldig und zahlte insgesamt 4,3 Milliarden Dollar, um Verfahren mit US-Behörden beizulegen.

Auch die ESMA soll europäischen Aufsehern empfohlen haben, Binance wegen Bedenken bei der Einhaltung von Finanzregeln keine Lizenz zu erteilen.

Nach Informationen des Wall Street Journal spielte jedoch noch ein weiterer Punkt eine Rolle. Lagarde soll befürchtet haben, dass Binance die Stellung von Dollar-Stablecoins in Europa weiter stärken würde.

Stablecoins werden häufig für den Handel an Kryptobörsen genutzt und sind meist an den US-Dollar gekoppelt. Laut der Zeitung entfallen mehr als 99 Prozent des weltweiten Stablecoin-Marktes auf Dollar-Stablecoins.

Für die EZB ist das relevant, weil die Zentralbank parallel am digitalen Euro arbeitet. Ein weiteres Wachstum von Dollar-Stablecoins könnte dazu führen, dass europäische Verbraucher und Unternehmen bei digitalen Zahlungen stärker von Produkten abhängig werden, die an den US-Dollar gekoppelt sind.

Binance zieht Antrag schließlich zurück

Eine Woche nachdem Griechenland im ESMA-Kreis signalisiert hatte, die Lizenz genehmigen zu wollen, erfuhr Binance der Zeitung zufolge, dass das Verfahren nicht fortgesetzt werde.

Die Kryptobörse zog ihren Antrag daraufhin Mitte Juni selbst zurück, bevor die griechische Aufsicht ihn formell ablehnen konnte. Binance erklärte anschließend, in einem anderen EU-Mitgliedstaat eine MiCA-Lizenz beantragen zu wollen und langfristig in Europa aktiv bleiben zu wollen.

Das Scheitern der griechischen Lizenz hat inzwischen Folgen. Binance gelang es nicht, vor der europäischen Frist im Juli eine MiCA-Lizenz zu erhalten, und musste deshalb aufhören, seine Dienste aktiv bei den rund 450 Millionen Einwohnern der Europäischen Union zu bewerben.

Nach Angaben des Wall Street Journal bedient Binance bestimmte europäische Kunden weiterhin von Abu Dhabi aus. Das Unternehmen beruft sich dabei auf europäische Regeln, die es einem nicht lizenzierten Kryptoanbieter unter bestimmten Bedingungen erlauben, Kunden zu betreuen, wenn diese vollständig auf eigene Initiative Kontakt aufnehmen.

Partnerinhalt

Schon deine 15 XRP als Willkommensbonus beansprucht?

Bitvavo in Zusammenarbeit mit Newsbit bietet dir aktuell 15 XRP als Geschenk. Die Aktion ist nur für kurze Zeit gültig.

Eröffne ein Konto und zahle mindestens 30€ ein, um den Bonus zu erhalten.

👉 Konto eröffnen und 15 XRP gratis erhalten

Über 1,5 Millionen Nutzer vertrauen bereits auf Bitvavo.

Achtung: Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden. Du kannst deine Einlage ganz oder teilweise verlieren.

15 XRP sichern Sie werden weitergeleitet zu
bitvavo-mark-and-logo-grey

SEC

Uniswap und Arbitrum springen um fast 30 Prozent nach US-Freigabe für Aktien-Token

SEC
Kapitol in Washington, USA
SEC, US-Wertpapier- und Börsenaufsicht
Mehr Regulierung news

Meist gelesen

XRP, Ripple
Ripple, XRP
Ripple, XRP