Dollar-Stablecoins wie USDT und USDC könnten eine ernsthafte Bedrohung für die finanzielle Stabilität in Schwellenländern darstellen. Davor warnt der Finanzstabilitätsrat (FSB) in seinem Jahresbericht für 2025. Diese internationale Aufsichtsbehörde wurde nach der Finanzkrise 2008 gegründet, um Risiken im globalen Finanzsystem besser zu überwachen.
Laut FSB sind insbesondere Stablecoins, die in mehreren Ländern zirkulieren, ein potenzielles Problem für Länder mit schwächeren Währungen und wenig entwickelten Finanzmärkten.
Warum sind Dollar-Stablecoins riskant?
Stablecoins sind Kryptowährungen, die meist an eine traditionelle Währung wie den US-Dollar gebunden sind. Dadurch wirken sie stabiler als etwa Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH). Gerade diese Dollar-Anbindung kann jedoch in Schwellenländern unerwünschte Folgen haben.
Der FSB weist auf folgende Risiken hin:
- Bürger und Unternehmen könnten ihre eigene Währung gegen digitale Dollar eintauschen, was zur sogenannten Währungssubstitution führt
- Inländische Zahlungssysteme könnten weniger genutzt werden
- Zentralbanken verlieren die Kontrolle über ihre Geldpolitik
- Kapitalbeschränkungen könnten leichter umgangen werden
- Regierungen könnten unter Druck geraten, wenn finanzielle Ströme schwerer zu kontrollieren sind
Anders ausgedrückt: Wenn ein großer Teil der Wirtschaft auf digitale Dollar umsteigt, verliert ein Land die Kontrolle über sein eigenes Finanzsystem.
Stablecoins wachsen, Nutzung bleibt begrenzt
Der FSB stellt fest, dass Stablecoins und andere Krypto-Assets in der realen Wirtschaft weiterhin wenig genutzt werden. Trotz des Wachstums des Marktes sind sie laut der Aufsichtsbehörde noch kein weit verbreitetes Zahlungsmittel für alltägliche Finanzdienstleistungen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Risiko gering ist. Gerade weil der Sektor schnell wächst und zunehmend mit traditionellen Finanzmärkten verflochten ist, fordert der FSB von Regierungen und Aufsichtsbehörden erhöhte Wachsamkeit.
Große Unterschiede in der Regulierung
Die Aufsichtsbehörde weist auch darauf hin, dass es weltweit noch erhebliche Unterschiede bei der Regulierung von Stablecoins gibt. Der FSB hatte 2023 bereits ein internationales Rahmenwerk für Kryptounternehmen und Stablecoin-Emittenten erstellt, sieht jedoch 2025 weiterhin große Lücken in der Umsetzung.
Für 2026 will die Organisation daher besonderen Wert auf folgende Punkte legen:
- Liquiditätsrisiken
- Operationelle Risiken
- Die Verflechtung mit dem breiteren Finanzsystem
- Die Rolle von Stablecoins bei grenzüberschreitenden Zahlungen
Die Botschaft des FSB ist klar: Stablecoins können nützlich sein, aber für Schwellenländer könnten dollarbasierte Varianten auch eine neue Quelle finanzieller Instabilität sein.
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