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Die Krypto-Handelsplattform Hyperliquid und die Investmentgesellschaft Paradigm haben das US-Finanzministerium aufgefordert, die vorgeschlagene Regulierung für Stablecoins zu überarbeiten. Beide Parteien warnen, dass die Pläne negative Auswirkungen auf dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) und die Innovation innerhalb des Kryptosektors haben könnten.

In einem gemeinsamen Schreiben erklären das Hyperliquid Policy Center und Paradigm, dass die vorgeschlagenen Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche und Sanktionsumgehung zu weit gehen, insbesondere bei Transaktionen auf dem Sekundärmarkt. Dort werden Stablecoins zwischen Nutzern gehandelt, ohne direkte Beteiligung des Emittenten.

Die Anmerkungen folgen auf einen Vorschlag des Finanzministeriums vom April zur Umsetzung von Teilen des GENIUS Act. Dieses Gesetz, das im vergangenen Jahr von Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde, bildet die Grundlage für die Regulierung von Stablecoins in den Vereinigten Staaten.

Neue Regeln sollen Geldwäsche verhindern

Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert in der Regel an eine traditionelle Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist. Sie spielen eine wichtige Rolle auf dem Kryptomarkt, da Händler sie als relativ stabiles Gegenstück zu volatilen Kryptowährungen wie Bitcoin nutzen.

Dem Vorschlag zufolge müssen Emittenten von Stablecoins in der Lage sein, Transaktionen zu blockieren, einzufrieren oder abzulehnen, wenn diese gegen US-Recht oder internationale Sanktionen verstoßen. Diese Verpflichtung soll sowohl für den Primär- als auch den Sekundärmarkt gelten. Hyperliquid und Paradigm kritisieren, dass dieser Ansatz die technische Realität öffentlicher Blockchain-Netzwerke nicht ausreichend berücksichtigt.

Unternehmen warnen vor nicht umsetzbaren Verpflichtungen

Die beiden Organisationen betonen, dass Emittenten von Stablecoins auf dem Primärmarkt in der Regel über Kundeninformationen verfügen und somit Kontrollen durchführen können. Auf dem Sekundärmarkt haben sie jedoch oft nur Einblick in Wallet-Adressen und Transaktionen, ohne zu wissen, welche Personen oder Organisationen dahinterstehen.

Laut dem Schreiben verlagert der Vorschlag die Aktivitäten auf dem Sekundärmarkt in die Compliance-Verantwortung der Emittenten, obwohl diese dort praktisch kaum Kontrolle haben.

Auch äußern Hyperliquid und Paradigm Bedenken hinsichtlich der Behandlung von Smart Contracts. Unter den vorgeschlagenen Regeln könnten bestimmte Interaktionen mit diesen automatisierten Blockchain-Programmen als unter die Sanktionsregeln fallende Aktivitäten betrachtet werden, selbst wenn ein Emittent keine Beziehung zu den beteiligten Nutzern hat.

Mögliche Folgen für den DeFi-Sektor

Laut den Unternehmen besteht dadurch das Risiko, dass Emittenten ihre Stablecoins ausschließlich in geschlossenen und streng kontrollierten Umgebungen anbieten.

Dies könnte dazu führen, dass regulierte US-Stablecoins sich weitgehend aus dem schnell wachsenden DeFi-Sektor zurückziehen. Dieser Markt nutzt Blockchain-Technologie, um Finanzdienstleistungen ohne Eingreifen von Banken oder anderen zentralen Parteien anzubieten.

Hyperliquid und Paradigm warnen, dass dadurch Raum für nicht-regulierte Stablecoins aus dem Ausland entstehen könnte, die außerhalb der Kontrolle der US-Behörden operieren.

GENIUS Act und CLARITY Act bestimmen die Zukunft

Die Diskussion findet statt, während die US-Aufsichtsbehörden an der Umsetzung des GENIUS Act arbeiten. Dieses Gesetz soll spätestens bis Januar 2027 vollständig in Kraft treten und bildet einen wichtigen Bestandteil der US-Politik rund um Stablecoins.

Zusätzlich debattiert der US-Senat derzeit über den CLARITY Act. Dieser Gesetzentwurf könnte zusätzliche Regeln für Emittenten von Stablecoins einführen und möglicherweise mehr rechtliche Klarheit für Entwickler von Kryptoplattformen schaffen.

Der Inhalt des CLARITY Act steht noch nicht endgültig fest. Verschiedene Gesetzgeber drängen auf eine kurzfristige Abstimmung, sodass die kommenden Monate entscheidend für die Zukunft des Kryptosektors in den USA sein könnten.

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