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Mit der Inbetriebnahme des Blockchain-Ledgers von SWIFT am 9. Juli beginnt eine neue Phase im internationalen Zahlungsverkehr. Siebzehn Großbanken, darunter Citi, HSBC, BNP Paribas, UBS, Standard Chartered und Wells Fargo, testen ein System, mit dem grenzüberschreitende Zahlungen rund um die Uhr über eine Blockchain abgewickelt werden können.

Damit stößt SWIFT in ein Geschäftsfeld vor, in dem Ripple und XRP seit Jahren aktiv sind. Die Frage drängt sich auf: Was bedeutet diese Entwicklung für die ursprüngliche Rolle von XRP?

Wird der ursprüngliche XRP-Anwendungsfall infrage gestellt?

Ripple positionierte XRP über Jahre als Brückenwährung für internationale Zahlungen. Über On-Demand Liquidity (ODL) müssen Finanzinstitute keine Fremdwährungskonten vorfinanzieren. XRP übernimmt dabei kurzzeitig die Brückenfunktion zwischen zwei Währungen, wodurch Transaktionen schneller und günstiger abgewickelt werden können.

SWIFT verfolgt einen anderen Ansatz. Das neue System verbindet tokenisierte Einlagen, die Banken selbst auf ihren eigenen Blockchain-Infrastrukturen ausgeben. Über das gemeinsame Ledger können diese Bank-Token auch außerhalb der Geschäftszeiten übertragen werden. Die endgültige Abwicklung läuft jedoch weiterhin über die bestehenden Zahlungssysteme.

Für XRP könnte das zum Problem werden. SWIFT verbindet bereits mehr als 11.000 Finanzinstitute weltweit und genießt seit Jahrzehnten das Vertrauen der Banken. Wenn internationale Zahlungen über tokenisierte Einlagen im SWIFT-Netzwerk ähnlich schnell und effizient laufen, könnten Banken weniger Anlass haben, eine volatile Kryptowährung wie XRP als Brückenasset einzusetzen.

Dennoch ist es zu früh, XRP abzuschreiben. SWIFT löst mit seinem Blockchain-Ledger nicht automatisch die Frage der internationalen Liquidität. Banken arbeiten weiterhin mit eigenen tokenisierten Einlagen, und die finale Abwicklung läuft nach wie vor über die bestehende Infrastruktur. Gerade die sofortige Bereitstellung von Liquidität zwischen unterschiedlichen Währungen ist der Kern von Ripples Lösung. Manche Analysten werten den Schritt von SWIFT daher eher als Bestätigung dafür, dass Ripple seit Jahren auf die richtige Richtung gesetzt hat, denn als unmittelbare Bedrohung.

Ripple ist längst mehr als nur XRP

Auch Ripple hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Während das Unternehmen einst fast vollständig auf internationale Zahlungen mit XRP ausgerichtet war, umfasst es inzwischen mehrere Geschäftsbereiche.

So stellte Ripple kürzlich eine End-to-End-Zahlungsplattform rund um den Stablecoin RLUSD vor, mit der Unternehmen Zahlungen abwickeln können, ohne dass XRP zwingend Teil der Transaktion ist. Darüber hinaus baute das Unternehmen sein institutionelles Geschäft mit Ripple Custody aus, einer Verwahrplattform für digitale Vermögenswerte, die unter anderem Staking unterstützt.

Zudem führte Ripple Ende 2025 Ripple Prime ein, ein Prime-Brokerage-Angebot für institutionelle Anleger. Im Mai sammelte die Plattform zudem 200 Millionen Dollar ein, um das weitere Wachstum zu finanzieren.

Das heißt nicht, dass XRP keine Rolle mehr spielt. Innerhalb von Ripple Payments kann der Coin weiterhin eingesetzt werden, um Liquidität bereitzustellen. Gleichzeitig ist Ripple als Unternehmen weniger abhängig vom Erfolg einer einzelnen XRP-Anwendung geworden.

Die Einführung des Blockchain-Ledgers von SWIFT verschärft den Wettbewerb im Markt für internationalen Zahlungsverkehr. Das macht XRP jedoch nicht automatisch überflüssig. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob Banken vor allem auf tokenisierte Einlagen innerhalb ihres bestehenden Netzwerks setzen – oder ob weiterhin Platz für eine neutrale Brückenwährung zwischen verschiedenen Finanzsystemen bleibt.

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