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Der Kryptomarkt verliert bei Anlegern in Südkorea deutlich an Bedeutung. Im ersten Halbjahr 2026 ging die Handelsaktivität an den lokalen Kryptobörsen stark zurück. Besonders stark brachen die Gewinne der Handelsplattformen ein.
Der südkoreanische Aktienmarkt entwickelt sich dagegen stark. Neue Zahlen der Korea Financial Intelligence Unit (KoFIU) zeigen, wie unterschiedlich sich die beiden Märkte derzeit entwickeln.
Das durchschnittliche Handelsvolumen pro Tag auf südkoreanischen Kryptoplattformen lag im ersten Halbjahr 2026 um 44 Prozent unter dem Niveau der vorangegangenen sechs Monate.
Auch andere Kennzahlen deuten auf eine deutliche Abkühlung hin. Der Gesamtmarktwert der digitalen Vermögenswerte auf den untersuchten Plattformen sank um 33 Prozent. Die Kundenguthaben in südkoreanischen Won gingen um 35 Prozent zurück.
Für die Kryptobörsen selbst waren die Folgen noch gravierender. Ihr Gesamtumsatz sank um 41 Prozent, während die operativen Gewinne um 78 Prozent einbrachen.
Dennoch wenden sich die Südkoreaner offenbar nicht in großer Zahl vom Kryptomarkt ab. Die Zahl der für den Handel freigeschalteten Konten stieg sogar leicht um 0,4 Prozent. Es gibt damit kaum weniger aktive Handelskonten, doch die Anleger handeln deutlich weniger.
Die KoFIU untersuchte 26 registrierte Kryptodienstleister. Darunter sind 17 Handelsplattformen und neun Unternehmen, die unter anderem Verwahrungs- und Wallet-Dienstleistungen anbieten.
Der rückläufige Kryptohandel fügt sich in einen breiteren Trend ein. Es mehren sich die Hinweise darauf, dass südkoreanische Privatanleger ihr Kapital anders verteilen.
Bereits im Mai wurde bekannt, dass der Wert der digitalen Vermögenswerte im Besitz südkoreanischer Anleger innerhalb von rund einem Jahr um 50,2 Prozent gesunken war. Der Gesamtwert lag bei 60,6 Billionen Won, umgerechnet etwa 41,4 Milliarden Dollar.
Das südkoreanische Medium ChosunBiz brachte diesen Rückgang mit einer möglichen Umschichtung von Kapital in Aktien in Verbindung. Diese Entwicklung fällt mit einer starken Phase am heimischen Aktienmarkt zusammen.
Auch an den größten Kryptobörsen ist der Rückgang deutlich zu erkennen. Einer früheren Analyse zufolge sank das gemeinsame durchschnittliche Handelsvolumen pro Tag von Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax im Jahresvergleich um rund 89 Prozent. Verglichen wurden dabei entsprechende Zeiträume von jeweils sieben Tagen.
Am Aktienmarkt zeigt sich das gegenteilige Bild. Der KOSPI, Südkoreas wichtigster Aktienindex, hatte sich in den zwölf Monaten bis zum 22. Juli mehr als verdoppelt.
Der Index bildet die Kursentwicklung großer börsennotierter Unternehmen aus Südkorea ab und gilt als wichtiger Gradmesser für den heimischen Aktienmarkt.
Der Gegensatz ist deutlich: Kryptobörsen kämpfen mit geringeren Handelsvolumina, sinkenden Umsätzen und stark rückläufigen Gewinnen, während südkoreanische Aktien eine starke Phase hinter sich haben.
Die Zahlen der KoFIU belegen nicht unmittelbar, dass Anleger in großem Umfang Kapital aus Kryptowährungen abziehen, um Aktien zu kaufen. Sie zeigen jedoch, dass sich das Interesse an den beiden Märkten derzeit deutlich auseinanderentwickelt.
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