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Payward, die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken, verhandelt mit dem US-Bankenriesen BNY über eine umfassende Zusammenarbeit. Im Gespräch sind Kooperationen in den Bereichen Krypto, Handel, Zahlungsverkehr und Verwahrung digitaler Vermögenswerte.

Das berichten zwei mit den Gesprächen vertraute Quellen. Die Verhandlungen dauern an. Ob es tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt, ist offen. BNY und Payward wollten sich dazu nicht äußern.

Kraken sucht die Nähe zu etablierten Banken

Eine mögliche Vereinbarung wäre ein weiterer Schritt bei der Annäherung von Payward an die traditionelle Finanzbranche. BNY zählt zu den wichtigen Akteuren an der Wall Street und verwaltet und verwahrt Vermögenswerte für große institutionelle Kunden.

Die Zusammenarbeit könnte mehrere Bereiche umfassen. Diskutiert werden Kryptoprodukte, Handel, Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Auch der Einsatz von Payward-Technologie bei BNY steht zur Debatte.

Diese Dienstleistungen bietet die Kraken-Mutter über Payward Services an. Damit stellt sie ihre Technologie auch Banken, Handelsplattformen und Vermögensverwaltern zur Verfügung.

BNY beschäftigt sich ebenfalls mit Blockchain-Technologie. Die Bank arbeitet beispielsweise an digitalen Bankguthaben, mit denen große Finanzunternehmen Transaktionen schneller abwickeln können.

Nasdaq investiert 100 Millionen Dollar in Payward

Die Gespräche mit BNY folgen kurz nach einer weiteren großen Vereinbarung. Nasdaq Ventures kündigte im vergangenen Monat an, 100 Millionen Dollar in Payward zu investieren. Dabei wurde die Kraken-Mutter mit 21 Milliarden Dollar bewertet.

Nasdaq und Payward arbeiten zudem an digitalen Versionen börsennotierter Aktien. Im zweiten Quartal 2027 wollen die Unternehmen sogenannte Nasdaq Equity Tokens auf den Markt bringen.

Damit sollen Aktien über Blockchain-Technologie handelbar werden, ohne die bestehenden Rechte und Schutzmechanismen für Aktionäre anzutasten.

Nach Angaben einer der Quellen könnte eine mögliche Kooperation mit BNY in Teilen der Vereinbarung mit Nasdaq ähneln. Payward würde demnach vor allem die technische Infrastruktur bereitstellen, mit der traditionelle Finanzunternehmen neue digitale Dienstleistungen anbieten können.

Payward baut Geschäft über Kraken hinaus aus

Payward richtet sich unterdessen zunehmend als breit aufgestelltes Finanzunternehmen aus. Neben Kraken ist das Unternehmen in den Bereichen Aktien, Derivate, Zahlungsverkehr, Staking und Verwahrung digitaler Vermögenswerte tätig.

Für diesen Ausbau hat Payward zuletzt Milliardenbeträge aufgewendet. Im April kündigte das Unternehmen die Übernahme des Kryptoderivate-Anbieters Bitnomial für bis zu 550 Millionen Dollar an. Anschließend folgte eine Vereinbarung über den Kauf des Zahlungsdienstleisters Reap für 600 Millionen Dollar.

Ein Jahr zuvor zahlte Payward rund 1,5 Milliarden Dollar für die Handelsplattform NinjaTrader.

Der Ausbau erfolgt im Vorfeld eines möglichen Börsengangs. Laut früheren Berichten von CoinDesk hat Payward seine entsprechenden Pläne verschoben. Mit einem Börsengang wird nun frühestens im zweiten Quartal 2027 gerechnet.

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