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Stablecoins gewinnen für grenzüberschreitende Geldtransfers zunehmend an Bedeutung. Große Zahlungsdienstleister wie Visa und Western Union nutzen inzwischen Infrastruktur, über die digitale Dollar versendet und in andere Währungen getauscht werden können. Nun investieren große Geldgeber erneut Dutzende Millionen Dollar in den weiteren Ausbau.
Im Mittelpunkt steht Yellow Card, ein Zahlungsdienstleister, der Stablecoins mit lokalen Banken und Zahlungsnetzwerken verbindet. Das Unternehmen nimmt 40 Millionen Dollar auf und will nach seinem schnellen Wachstum in Afrika nach Lateinamerika und Asien expandieren. Damit erhält der Wettbewerb für klassische internationale Bankzahlungen neuen Schub.
Unternehmen, die Geld in ein anderes Land überweisen, haben es häufig mit mehreren Banken zu tun. Eine Zahlung kann über verschiedene Finanzinstitute laufen, bevor sie schließlich beim Empfänger ankommt.
Das kostet Zeit und Geld. Stablecoins bieten eine Alternative. Ein Unternehmen kann etwa digitale Dollar versenden, die der Empfänger in seinem Land anschließend in die jeweilige Landeswährung tauscht.
Genau dafür baut Yellow Card die Infrastruktur auf. Das Unternehmen verbindet Stablecoins mit lokalen Zahlungsnetzwerken, damit Firmen Geld digital über Landesgrenzen hinweg bewegen können.
Nach eigenen Angaben kann Yellow Card inzwischen in mehr als 50 Ländern lokale Währungen annehmen und auszahlen. Insgesamt wurden über die Plattform bereits Transaktionen im Wert von mehr als 10 Milliarden Dollar abgewickelt.
Vor allem in Ländern, in denen internationale Banküberweisungen teuer sind oder der Zugang zu US-Dollar eingeschränkt ist, kann ein solches System attraktiv sein.
Besonders interessant wird die Entwicklung durch die Unternehmen, die sich inzwischen anschließen. Laut Yellow Card nutzen Visa und Western Union die Infrastruktur bereits. Zudem arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Mastercard, PayPal und Coinbase zusammen.
Yellow Card verkauft seine Technologie nicht nur direkt an Unternehmen. Auch Banken, Fintechs und Zahlungsabwickler können die Infrastruktur in ihre eigenen Dienste integrieren.
Damit muss ein Anbieter wie Visa nicht in jedem Land ein eigenes vollständiges Netzwerk für Stablecoin-Zahlungen aufbauen. Yellow Card übernimmt einen Teil der Verbindung zwischen digitalen Dollar und lokalen Finanzsystemen.
Auch Regulierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über Lizenzen, Genehmigungen und Registrierungen in 22 Jurisdiktionen in Nordamerika, Europa und Afrika.
Um das Netzwerk weiter auszubauen, nimmt Yellow Card nun 40 Millionen Dollar auf. An der Finanzierungsrunde beteiligen sich unter anderem SC Ventures, Sony Innovation Fund, Polychain Capital und Blockchain Capital.
Seit der Gründung hat das Unternehmen damit mehr als 120 Millionen Dollar Kapital eingesammelt.
Ein Teil des frischen Geldes fließt in sogenannte Global USD Accounts. Damit können Unternehmen Dollar und Stablecoins halten, tauschen und internationale Zahlungen verwalten.
Darüber hinaus will Yellow Card weitere lokale Währungen und Zahlungsnetzwerke anbinden. Der Fokus verlagert sich dabei zunehmend über Afrika hinaus. Vor allem Lateinamerika und der asiatisch-pazifische Raum sollen wichtige neue Wachstumsmärkte werden.
Die Investition fügt sich in eine deutlich größere Entwicklung ein. Stablecoins waren jahrelang vor allem innerhalb des Kryptomarkts wichtig, etwa um schnell zwischen Handelsplattformen zu wechseln. Inzwischen versuchen Zahlungsdienstleister immer entschlossener, die Technologie in einem Markt einzusetzen, durch den jährlich Billionen Dollar fließen: internationale Zahlungen.
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