Südkorea nimmt Kryptowährungen ernst. Die Finanzaufsichtsbehörde des Landes, die Financial Services Commission (FSC), hat einen Plan eingereicht, um noch in 2025 Spot-Krypto-ETFs zuzulassen. Damit würde ein Verbot aufgehoben, das seit 2017 in Kraft ist.
Ende des ETF-Verbots
Die FSC hat einen offiziellen Fahrplan dem präsidentiellen Politikausschuss vorgelegt. Darin sind Richtlinien für die Zulassung von Spot Exchange-Traded Funds (ETFs) enthalten, wie wir sie seit Anfang 2024 auch in den Vereinigten Staaten kennen. In Amerika verwalten diese Fonds mittlerweile mehr als 46 Milliarden Dollar an Kapital. Südkorea möchte diesem Beispiel nun folgen.
Das ursprüngliche Verbot von Krypto-ETFs wurde während des Höhepunkts der Krypto-Hype im Jahr 2017 eingeführt. Die Aufsichtsbehörde befürchtete damals, dass die extreme Volatilität der Kryptowährungen das Finanzsystem stören könnte, wenn sie über regulierte Fonds breit zugänglich gemacht würden. Diese Zeit scheint nun vorbei zu sein.
Neuer Präsident gibt Krypto freien Lauf
Die Wahl von Lee Jae-myung zum Präsidenten Anfang Juni erweist sich bereits als Wendepunkt. Während seiner Kampagne versprach er bereits, Krypto zugänglicher zu machen – und er scheint sein Wort zu halten. Mit seinem Amtsantritt beschleunigt sich die Politik. Nicht nur könnte es grünes Licht für ETFs geben, auch andere Pläne sind auf dem Tisch.
So arbeitet seine Regierung an einem neuen Gesetz, das Unternehmen den Raum gibt, eigene Stablecoins auszugeben, gekoppelt an den Koreanischen Won. Bedingungen gibt es allerdings: ein solides Eigenkapital und die Genehmigung der Aufsichtsbehörde sind erforderlich.
Selbst die Zentralbank macht mit. Sie arbeitet an einem nationalen Stablecoin auf Ethereum, gedacht als Alternative zu populären Dollar-Stablecoins wie USDT und USDC. Damit möchte Südkorea Kapitalflucht einschränken und mehr Kontrolle über digitale Geldströme behalten.
Südkorea reiht sich so, wie die USA, immer deutlicher in das Lager der Länder ein, die Krypto nicht abwehren, sondern nutzen wollen.
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