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Der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock erkennt eine grundlegende Veränderung in der Funktionsweise der Finanzmärkte. Nach Ansicht des Unternehmens spielt die Blockchain-Technologie dabei eine immer größere Rolle. Insbesondere die Tokenisierung beschleunigt diesen Wandel.
In seinem neuesten Thematic Outlook bezeichnet BlackRock die Tokenisierung als eine strukturelle Entwicklung, die den Marktzugang grundlegend verändert. Digitale Assets wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Stablecoins werden gleichrangig mit anderen „Megatrends“ wie Künstlicher Intelligenz (KI) eingeordnet.
Tokenisierung ist der Prozess, bei dem reale Vermögenswerte wie Immobilien, Aktien oder Anleihen in digitale Token auf einer Blockchain umgewandelt werden. Dies bietet mehrere Vorteile. Die Tokens sind rund um die Uhr handelbar. Transaktionen erfolgen oft schneller und kostengünstiger als auf traditionellen Märkten.
Laut BlackRock ist diese Entwicklung längst kein Nischenphänomen mehr. Es handelt sich um eine aufkommende Marktstruktur, die Investoren neue Möglichkeiten in Bezug auf Skalierbarkeit, Transparenz und Zugänglichkeit bietet.
Jay Jacobs, Leiter der thematischen Investitionen bei BlackRock, spricht von einer „strukturellen Verschiebung“ in der Funktionsweise der Märkte. Ethereum wird als klarer Gewinner genannt. Über 65 Prozent aller Tokenisierungen finden auf dem Ethereum-Netzwerk statt, wodurch die Plattform eine Schlüsselrolle in der neuen Finanzinfrastruktur einnimmt.
Tokenisierung beginnt nun auch im TradFi an der Wall Street Fuß zu fassen. So arbeitet die New York Stock Exchange (NYSE) an einer Blockchain-Plattform, die es ermöglicht, Aktien und Exchange-Traded Funds (ETFs) als digitale Tokens rund um die Uhr handelbar zu machen.
Auch Nasdaq reichte im September 2025 einen formellen Antrag bei der Aufsichtsbehörde SEC ein, um tokenisierte Aktien innerhalb des bestehenden Rahmenwerks der Börse zu ermöglichen.
Der Vermögensverwalter beobachtet zudem einen starken Anstieg der institutionellen Akzeptanz digitaler Assets. Als Beweis nennt das Unternehmen seinen eigenen Spot Bitcoin ETF: den iShares Bitcoin Trust (IBIT).
Seit der Einführung entwickelte sich IBIT zum am schnellsten wachsenden Exchange-Traded Product aller Zeiten, mit inzwischen über 70 Milliarden Dollar unter Verwaltung. Das Fonds erweist sich zudem als Goldgrube. Es erwirtschaftet sogar mehr als das weitaus größere S&P 500 Indexfonds IVV.
Während Kryptowährungen in der Vergangenheit oft als spekulativ abgetan wurden, sieht BlackRock digitale Assets im Jahr 2026 als unverzichtbare Infrastruktur. Sie werden in einem Atemzug mit Themen wie KI, Energiewende und Verteidigung genannt.
BlackRock erwartet nicht, dass der KI-Trend bald endet. Im Gegenteil, das Unternehmen betrachtet Künstliche Intelligenz als eine der stärksten Kräfte, die die Märkte derzeit antreiben.
Der Vermögensverwalter ist der Ansicht, dass KI inzwischen eine neue Wachstumsphase erreicht hat. Einfache Anwendungen weichen zunehmend fortschrittlichen Funktionen wie Software-Entwicklung, Videoproduktion und autonomer Entscheidungsfindung. Dies erfordert eine wesentlich höhere Rechenleistung und hat wiederum Milliardeninvestitionen in Rechenzentren, digitale Infrastruktur und Energieversorgung zur Folge.
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