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Aktien von Apple, Tesla und Nvidia lassen sich immer häufiger als digitale Token in der eigenen Wallet halten. Die Abbildung klassischer Vermögenswerte auf der Blockchain gilt als eine der wichtigsten Anwendungen der Kryptobranche – und diese Entwicklung nimmt nun konkrete Formen an.

Tokenisierte Aktien haben im vergangenen Monat zahlreiche neue Käufer angezogen. Davon könnte am Ende auch der Kryptomarkt profitieren.

Zahl der Halter binnen eines Monats verdoppelt

Tokenisierte Aktien sind echte Aktien, die als Token auf einer Blockchain ausgegeben werden. Nach Angaben des Datendienstes RWA.xyz kommt dieser Markt inzwischen auf 1,33 Millionen Halter – mehr als doppelt so viele wie noch vor einem Monat.

Das monatliche Transaktionsvolumen stieg um 194 Prozent auf 23,49 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der aktiven Adressen legte um gut 41 Prozent auf rund 601.000 zu.

Der Gesamtwert aller ausstehenden Token wuchs deutlich langsamer: um 4 Prozent auf 2,33 Milliarden US-Dollar. Hochgerechnet wechselte damit im vergangenen Monat jeder Dollar in Aktientoken fast zehnmal den Besitzer.

Das Kryptoprojekt Ondo (ONDO) ist mit rund 872 Millionen US-Dollar der größte Anbieter. Dahinter folgen xStocks von Kraken und bStocks von Binance, das erst seit Juni am Markt ist.

Was tokenisierte Aktien attraktiv macht

Zwei Faktoren stechen hervor: Die Börse schließt abends und am Wochenende, eine Blockchain nicht. Aktientoken sind rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche handelbar. Zudem ist kein Broker nötig; eine Internetverbindung und eine Wallet reichen aus.

Eine Transaktion ist außerdem sofort endgültig, während eine klassische Aktienorder einen Geschäftstag bis zur Abwicklung benötigt.

Diese zweite Hürde ist höher, als es zunächst klingt. Die Weltbank zählte im vergangenen Jahr noch 1,3 Milliarden Erwachsene ohne Bankkonto. Ohne Bankkonto bleibt in der Regel auch der Zugang zu einem Wertpapierbroker versperrt.

Die Gruppe ohne Zugang sei noch deutlich größer, sagte Brian Armstrong, Chef der Kryptobörse Coinbase, Ende Juni im Podcast Sourcery with Molly O’Shea.

„Derzeit haben weltweit rund vier Milliarden Menschen keinen Zugang zu einem Broker. Damit kann faktisch die Hälfte der Weltbevölkerung nicht in hochwertige US-Unternehmen investieren.“

Für jemanden in Lagos oder Manila ist ein Nvidia-Token häufig der kürzeste Weg an die Wall Street. Das erklärt, warum das Wachstum vor allem bei der Zahl der Halter sichtbar ist und deutlich weniger beim investierten Kapital.

So profitiert der Kryptomarkt

Hier liegt der Nutzen für den Kryptomarkt. Wer einen Aktientoken kauft, bewegt sich sofort innerhalb der Krypto-Infrastruktur.

Einige zentralisierte Kryptobörsen bieten solche Produkte an. Damit ist der nächste Schritt zu zahlreichen Coins wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) oder Ripple (XRP) nur einen Klick entfernt.

Über eine dezentrale Kryptobörse handelt der Nutzer aus seiner eigenen Wallet heraus, doch das Argument bleibt dasselbe. Zugleich lassen sich weitere Krypto-Anwendungen erkunden, etwa Decentralized Finance (DeFi), wo tokenisierte Aktien ebenfalls eingesetzt werden können.

Zum Beispiel als Sicherheit für einen Kredit. Rund 111 Millionen US-Dollar an tokenisierten Aktien liegen in fünfzehn DeFi-Anwendungen, in denen Halter ihre Apple-Token als Sicherheit hinterlegen und dagegen Stablecoins aufnehmen. Die Kreditplattform Kamino ist mit knapp 31 Prozent der größte Anbieter.

Auch die Netzwerke selbst verdienen mit. BNB Chain (BNB) hält rund 30 Prozent des Marktwerts tokenisierter Aktien, mit mehr als 700 Aktientoken und einem kumulierten Volumen von über 5 Milliarden US-Dollar.

Solana (SOL) wickelte in der ersten Hälfte des Jahres 2026 noch rund 95 Prozent des gesamten Aktienvolumens auf der Blockchain ab. Robinhood Chain, ein Skalierungsnetzwerk auf Ethereum (ETH), startete am 1. Juli und zählte Ende Juli bereits rund 414.000 Halter.

Jede Transaktion mit tokenisierten Aktien kostet Gebühren in der Coin des jeweiligen Netzwerks. Ein Teil davon wird verbrannt und verschwindet damit dauerhaft aus dem Umlauf.

Ethereum vernichtet bei jeder Transaktion die Basisgebühr, BNB Chain verbrennt seit 2021 standardmäßig 10 Prozent der Gas-Einnahmen pro Block.

Bei Solana verschwindet die Hälfte der Basisgebühr, der Rest geht an Validatoren. Ein Vorschlag sieht vor, sämtliche Gebühren zu verbrennen und aufwendigere Transaktionen stärker zu belasten. Bei der aktuellen Netzwerkauslastung würde die tägliche Verbrennung dadurch von rund 650 auf 7.500 SOL steigen.

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