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Morgan Stanley richtet ein eigenes Digital Asset Lab ein, um neue Anwendungen der Blockchain-Technologie zu testen. Die US-Investmentbank konzentriert sich dabei unter anderem auf Stablecoins, Tokenisierung und Anwendungen im Bereich Decentralized Finance (DeFi).
Dabei geht es um mehr als reine Krypto-Experimente. Morgan Stanley will herausfinden, welche Technologien langfristig sicher genug sind, um in den eigenen Finanzdienstleistungen eingesetzt zu werden.
Die Bank ist bereits seit Längerem im Bereich digitaler Vermögenswerte aktiv und bezeichnet Blockchain zunehmend als mögliche Infrastruktur für klassische Finanzmärkte.
Das neue Kryptolabor wird Teil der bestehenden Innovationslabore von Morgan Stanley. Dort können Mitarbeiter neue Technologien testen, ohne die zentralen Systeme der Bank zu gefährden.
Nach Angaben von Megan Brewer, die bei Morgan Stanley für Marktinnovation und die Labore zuständig ist, werden auf diese Weise jedes Jahr bis zu 270 Projekte geprüft.
Das Digital Asset Lab konzentriert sich gezielt auf Blockchain-Technologie. Im Fokus stehen unter anderem Stablecoins und Tokenisierung. Bei der Tokenisierung werden klassische Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen oder Geld digital auf einer Blockchain abgebildet. Dadurch könnten sie theoretisch schneller und rund um die Uhr gehandelt werden.
Morgan Stanley untersucht zudem verschiedene Formen digitalen Geldes. Dazu zählen digitale Bankguthaben, digitale Zentralbankwährungen und tokenisierte Geldmarktfonds.
Die Bank sieht in solchen Technologien schon länger Potenzial. Morgan Stanley schrieb bereits früher, Tokenisierung könne unter anderem für eine schnellere Abwicklung von Transaktionen und eine effizientere Finanzinfrastruktur sorgen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Untersuchungen sind sogenannte DeFi-Vaults. Dabei handelt es sich um digitale Tresore, in die Anleger Krypto-Assets einzahlen können. Software setzt das Vermögen anschließend automatisch nach einer zuvor festgelegten Strategie ein.
Für Vermögensverwalter können solche Systeme interessant sein, weil Teile der Verwaltung automatisiert ablaufen. Theoretisch lassen sich damit Finanzprodukte entwickeln, die rund um die Uhr funktionieren.
Morgan Stanley will jedoch zunächst umfassend prüfen, wie sicher diese Technologie ist, bevor sie mit anderen Systemen der Bank verbunden wird.
„Es gibt ein realistisches Szenario, in dem Vaults künftig eine Rolle spielen“, sagt Amy Oldenburg, Leiterin der Digital-Asset-Strategie bei Morgan Stanley. Aus ihrer Sicht ist die Technologie derzeit jedoch noch zu jung, um Risiken für die bestehende Infrastruktur einzugehen.
Oldenburg verantwortet bei Morgan Stanley die Strategie für digitale Vermögenswerte. Die Bank bestätigte Anfang des Jahres, dass sie diese Position innehat, und erweiterte im Juli ihr Angebot an Kryptoprodukten um Ethereum- und Solana-Produkte.
Das Kryptolabor fügt sich damit in eine breitere Entwicklung bei Morgan Stanley ein. Die Bank bietet inzwischen mehrere Möglichkeiten für ein Engagement in digitalen Vermögenswerten und beschreibt Stablecoins sowie Tokenisierung als wichtige Bausteine der künftigen Finanzinfrastruktur.
Anfang des Jahres brachte Morgan Stanley über seine Vermögensverwaltung eigene börsengehandelte Produkte auf Bitcoin, Ethereum und Solana auf den Markt. Zudem führte die Bank einen Geldmarktfonds ein, der auf Reserven für Stablecoins ausgerichtet ist.
Mit dem neuen Labor geht Morgan Stanley einen Schritt weiter. Die Bank prüft nicht nur, wie Kunden in Krypto investieren können, sondern auch, ob Blockchain-Technologie langfristig im Hintergrund der traditionellen Finanzwelt eine Rolle spielen kann.
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