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Die Aktienmärkte stehen vor einer neuen Welle gigantischer Börsengänge. Laut einer Analyse der Rabobank könnten Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic bei einem Börsengang sofort zu Schwergewichten an der Wall Street aufsteigen. Das könnte große Auswirkungen auf Investoren, ETFs und Aktienindizes weltweit haben.
Besonders passive Investoren sollten aufmerksam sein. Sobald diese Tech-Giganten in große Börsenindizes aufgenommen werden, könnten Indexfonds gezwungen sein, innerhalb kurzer Zeit Aktien im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar zu kaufen.
Während Technologieunternehmen früher oft relativ schnell an die Börse gingen, bleiben erfolgreiche Startups heute viel länger privat. Dadurch erzielen sie bereits enorme Bewertungen, bevor private Investoren überhaupt einsteigen können.
SpaceX ist dafür vielleicht das beste Beispiel. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk wird mittlerweile mit etwa 1.750 Milliarden Dollar bewertet. Sollte das Unternehmen an die Börse gehen, würde es sofort zu den größten börsennotierten Unternehmen der Welt gehören.
Auch OpenAI und das KI-Unternehmen Anthropic werden von Investoren auf Hunderte Milliarden Dollar geschätzt. Das schafft eine völlig neue Situation für Indexanbieter wie S&P Dow Jones und Nasdaq.
Traditionell mussten Unternehmen erst monatelang börsennotiert sein, bevor sie in große Aktienindizes wie den S&P 500 oder Nasdaq 100 aufgenommen werden konnten. Diese Regeln sollten Investoren vor extremer Volatilität direkt nach einem Börsengang schützen.
Doch das Aufkommen von Mega-IPOs setzt dieses Vorgehen unter Druck.
Nasdaq hat inzwischen eine spezielle „Fast Entry“-Regelung eingeführt. Damit können extrem große Unternehmen bereits innerhalb von fünfzehn Handelstagen in den Nasdaq 100-Index aufgenommen werden.
Normalerweise gibt es auch eine Mindestanforderung für frei handelbare Aktien, den sogenannten Free Float. Viele dieser neuen Tech-Giganten erfüllen diese Voraussetzung wahrscheinlich nicht, da Gründer und frühe Investoren oft noch einen großen Teil der Aktien halten.
Dennoch wollen Indexanbieter vermeiden, dass ihre Indizes der Marktentwicklung hinterherhinken. Wenn ein Unternehmen wie SpaceX aus wichtigen Indizes herausbleibt, besteht das Risiko, dass der Index keine gute Marktreflexion mehr bietet.
Das führt zu einem schwierigen Dilemma. Eine schnelle Aufnahme hält Indizes aktuell, kann aber gleichzeitig enorme Kapitalströme auslösen.
Sobald ein Anteil in einen großen Index aufgenommen wird, müssen passive Fonds diesen automatisch kaufen. Bei einem Unternehmen mit einer Bewertung von mehreren hundert Milliarden Dollar kann das enorme Auswirkungen auf den Kurs haben.
Analysten warnen, dass Hedgefonds und andere professionelle Akteure dies oft geschickt antizipieren. Sie kaufen Aktien frühzeitig im Vorfeld der Indexaufnahme und verkaufen gerade dann, wenn ETFs kaufen müssen.
Dadurch entsteht häufig ein kurzfristiger Kursanstieg bei der Aufnahme in einen Index. Historisch gesehen schneiden viele IPOs danach jedoch schwächer ab.
Untersuchungen zu Börsengängen zeigen, dass viele neue Aktien in den ersten Jahren nach ihrem IPO hinter breiten Aktienindizes wie dem S&P 500 zurückbleiben. Besonders Investoren, die erst einsteigen, nachdem ETFs beginnen zu kaufen, laufen Gefahr, zu einer relativ hohen Bewertung einzusteigen.
Trotzdem bleibt das Interesse an diesen Unternehmen enorm. Vor allem künstliche Intelligenz ist derzeit der Wachstumstreiber an der Wall Street. OpenAI und Anthropic werden als Schlüsselakteure im KI-Rennen gesehen, während große Technologieunternehmen bereits Milliarden in diese Unternehmen investieren.
Microsoft besitzt schätzungsweise etwa 27 Prozent von OpenAI. Amazon und Alphabet gehören dagegen zu den größten Investoren in Anthropic.
Dadurch profitieren bestehende Börsengiganten jetzt schon indirekt vom KI-Boom. Für viele Investoren fühlt sich das sicherer an als ein direkter Einstieg bei einem zukünftigen IPO, da diese Unternehmen bereits profitabel sind und über bewährte Geschäftsmodelle verfügen.
Eines scheint jedoch klar: Wenn Unternehmen wie SpaceX und OpenAI schließlich an die Börse gehen, könnte das eine der größten Marktverschiebungen seit Jahren auslösen.
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