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Die Inflation in den USA hat sich im Juni deutlich stärker abgeschwächt als von Ökonomen erwartet. Die Verbraucherpreise sanken im Monatsvergleich sogar erstmals seit 2020. Anleger reagierten unmittelbar erleichtert. Der Bitcoin-Kurs legte um rund 1,2 Prozent zu, Ethereum gewann knapp 1,8 Prozent.
Der US-Verbraucherpreisindex fiel im Juni um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet.
Auf Jahressicht lag die Inflation bei 3,5 Prozent. Im Mai hatte die Teuerungsrate noch 4,2 Prozent betragen. Damit fielen die neuen Daten auch besser aus als die erwarteten 3,8 Prozent.

Es war der stärkste monatliche Rückgang der Verbraucherpreise seit April 2020. Vor allem günstigere Energie sorgte für Entlastung. Die Energiepreise sanken im Juni um 5,7 Prozent. Benzin verbilligte sich um 9,7 Prozent.
Die Kerninflation, bei der Lebensmittel und Energie herausgerechnet werden, blieb im Monatsvergleich unverändert. Auf Jahressicht sank diese wichtige Inflationskennziffer von 2,9 auf 2,6 Prozent. Auch das war günstiger als erwartet.
Nicht alle Preise gingen zurück. Lebensmittel verteuerten sich im Juni um 0,2 Prozent. Auch die Wohnkosten stiegen leicht. Dennoch war die Abschwächung stark genug, um die Sorgen vor einer neuen Inflationswelle vorerst zu dämpfen.
Der Kryptomarkt reagierte nahezu unmittelbar auf die Veröffentlichung. Der Bitcoin-Kurs sprang binnen weniger Minuten von rund 62.800 Dollar auf mehr als 63.500 Dollar. Das entspricht einem Plus von etwa 1,2 Prozent.
Kurz darauf erreichte BTC ein Hoch von rund 63.600 Dollar. Die abrupte Bewegung zeigt, wie sensibel der Kryptomarkt derzeit auf US-Konjunkturdaten reagiert.
Ethereum legte noch stärker zu. Der Ethereum-Kurs stieg von rund 1.800 Dollar auf fast 1.830 Dollar. Damit gewann ETH etwa 1,8 Prozent.
Niedrigere Inflation ist in der Regel positiv für risikoreiche Anlagen. Wenn der Preisdruck nachlässt, muss die US-Notenbank die Zinsen möglicherweise weniger stark anheben. Zugleich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Zinssenkungen früher in den Fokus rücken.
Nicht nur Krypto profitierte von den Inflationsdaten. Futures auf den S&P 500 stiegen um 0,4 Prozent. Die Nasdaq-100-Futures gewannen sogar 1,3 Prozent. Vor allem Technologiewerte erholten sich nach der Verkaufswelle vom Vortag.
Aktien von Chipunternehmen legten im vorbörslichen Handel deutlich zu. Applied Materials stieg um mehr als vier Prozent. Lam Research, STMicroelectronics, Teradyne und Micron Technology gewannen jeweils mehr als drei Prozent.
Die Dow-Jones-Futures gaben dagegen leicht um 0,1 Prozent nach. Enttäuschende Unternehmenszahlen belasteten die Stimmung. IBM verlor rund 22 Prozent, nachdem der vorläufige Quartalsgewinn niedriger ausgefallen war als erwartet. Auch mehrere große US-Banken notierten nach der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen schwächer.
Die Gewinne an den Finanzmärkten wurden durch einen erneuten Anstieg der Ölpreise begrenzt. US-Öl stieg auf über 80 Dollar je Barrel. Brent-Öl verteuerte sich um rund zwei Prozent auf mehr als 86 Dollar.
Der Ölpreis zog an, nachdem Präsident Donald Trump angekündigt hatte, erneut eine Blockade für die iranische Schifffahrt rund um die Straße von Hormus zu verhängen. Bereits am Vortag war Brent-Öl um mehr als neun Prozent gestiegen. Das war der größte Anstieg innerhalb eines Tages seit 2020.
Die neuen Spannungen stellen ein Risiko für die Inflation dar. Der starke Rückgang der Verbraucherpreise im Juni war vor allem auf günstigere Energie zurückzuführen. Wenn Öl und Benzin wieder teurer werden, könnte ein Teil dieses Fortschritts rasch verloren gehen.
Für Bitcoin und andere Coins bleibt deshalb nicht nur die Zinspolitik wichtig. Auch die Entwicklung des Ölpreises kann die Inflationserwartungen und damit die Marktstimmung erneut beeinflussen.
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