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IBM hat Anleger am Dienstag mit enttäuschenden vorläufigen Quartalszahlen deutlich verschreckt. Der Technologiekonzern rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar und bleibt damit klar unter der Markterwartung von 17,9 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Unternehmens verschieben Kunden Ausgaben für Software und Infrastruktur, um stärker in KI-Chips, Server und Speicher zu investieren.
Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um mehr als 22 Prozent. Sollte das Minus Bestand haben, wäre es der größte Kursverlust an einem Handelstag für IBM seit den achtziger Jahren.

Besonders hart traf es die Infrastruktursparte. Der Umsatz dieses Bereichs sank um sieben Prozent.
IBM-Chef Arvind Krishna zufolge hatte das Unternehmen zwar mit Störungen in der Lieferkette gerechnet, etwa mit Engpässen bei Speicherchips infolge der hohen Nachfrage nach KI-Hardware. Nicht erwartet habe IBM jedoch, dass Kunden ihre IT-Budgets in diesem Ausmaß umschichten.
Viele Unternehmen verschoben Investitionen in Software und Infrastrukturlösungen von IBM, um zunächst zusätzliche Server, Speicherkapazitäten und Speicherchips zu kaufen. Damit wollen sie künftigen Preissteigerungen und Engpässen zuvorkommen.
„Am Ende fiel die Entwicklung schlechter aus als erwartet“, schreibt Krishna in einem Brief an die Aktionäre. Vor allem der Absatz von IBMs Z-Mainframes und der dazugehörigen Software blieb hinter den Erwartungen zurück. Zudem wurden mehrere große Verträge später abgeschlossen als vom Unternehmen eingeplant.
Wegen der enttäuschenden Ergebnisse erwartet IBM einen Gewinn je Aktie von 2,27 Dollar, zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
IBM versucht seit Jahren, sich vom Hardwarehersteller zu einem Softwareunternehmen mit starkem Fokus auf künstliche Intelligenz zu wandeln. Dafür übernahm der Konzern bereits Unternehmen wie Red Hat, HashiCorp und Confluent.
Gleichzeitig wächst unter Anlegern die Sorge, dass KI nicht nur Chancen eröffnet, sondern auch bestehende Softwareprodukte ersetzen könnte. Bereits Anfang des Jahres geriet IBM an der Börse unter Druck, nachdem das KI-Start-up Anthropic ein Werkzeug vorgestellt hatte, mit dem sich alte Programmiersprachen auf IBM-Mainframes leichter modernisieren lassen.
Der massive Kursrückgang bei IBM belastete auch andere Technologieunternehmen. Die Aktien von Workday verloren im vorbörslichen Handel mehr als acht Prozent, ServiceNow notierte gut sieben Prozent im Minus.
Das Amsterdamer Unternehmen Nebius stellt dem KI-Startup Reflection AI, gegründet von zwei DeepMind-Forschern, Rechenleistung im Wert von mehr als 1 Milliarde Dollar bereit.
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