Die Spannungen zwischen Washington und Peking erreichen erneut einen Siedepunkt. Während US-Präsident Trump zusätzliche Importzölle in Höhe von 50 % ankündigte, reagierte China scharf und warnte, dass es „bis zum Ende kämpfen“ werde, sollte die USA ihren Kurs nicht ändern.
Auffällig ist der Ton aus Peking, der kaum Raum für Kompromisse lässt. Die Botschaft des chinesischen Handelsministeriums war deutlich: Der amerikanische Druck werde nicht zu Zugeständnissen führen. Damit scheinen die Verhandlungen vorerst vom Tisch zu sein.
Währungspolitik als Waffe
Neben scharfen Worten greift China zu monetären Maßnahmen. Die Zentralbank ließ den Yuan weiter über die kritische Marke von 7,20 pro Dollar abwerten – ein Zeichen, dass man bereit ist, eine schwächere Währung einzusetzen, um die Auswirkungen auf den Export abzufedern.
Auch sprang das sogenannte „nationale Team“, eine Gruppe staatsnaher Fonds, zur Unterstützung des Aktienmarktes ein. Allein am Montag flossen über 42 Milliarden Yuan in ausgewählte ETFs.
Nach dem stärksten Einbruch seit der Finanzkrise erholte sich der Hang Seng China Enterprises Index um bis zu 3,7 %. Es scheint sich um eine kontrollierte Intervention zu handeln, um Marktschäden zu begrenzen und das Vertrauen der Investoren zu stärken.
Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen blieb niedrig – auch aufgrund der Erwartungen an neue Konjunkturmaßnahmen. Peking erwägt, geplante Stimuli vorzuziehen, darunter zusätzliche Kreditvergabe an strategische Sektoren.
Trump erhöht den Druck
Unterdessen stapeln sich die amerikanischen Maßnahmen. Laut einem Beamten des Weißen Hauses wird das kumulierte Zollniveau in diesem Jahr 104 % erreichen, was den Preis chinesischer Waren faktisch verdoppelt. Die Hoffnung auf ein Telefonat zwischen Trump und Xi ist damit verflogen.
Trump fordert, dass China seine Gegenmaßnahmen stoppt, sagte aber nicht, welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssten. In Peking wächst unterdessen die Erkenntnis, dass ein Abkommen mit den USA vorerst unrealistisch ist. Präsident Xi will das Land weniger abhängig vom Export machen. Durch die Verlagerung des Fokus auf die Binnenwirtschaft hofft die Kommunistische Partei, die Auswirkungen eines langfristigen Handelskriegs abzumildern.
Analysten warnen, dass das Risiko einer wirtschaftlichen Entkopplung zwischen den USA und China zunimmt. Laut Michelle Lam, Ökonomin bei Société Générale, müssen sich Investoren auf eine dauerhafte Trennung der beiden Volkswirtschaften einstellen.
Die chinesische Botschaft in Washington bezeichnete das Verhalten der USA als „einseitig und schädlich für die internationale Zusammenarbeit“. Das Eskalationsrisiko ist real – beide Seiten scheinen sich auf einen langfristigen Konflikt einzustellen.
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