Der amerikanische Präsident Donald Trump erhöht erneut den Druck auf die Zentralbank (Federal Reserve) und deren Vorsitzenden Jerome Powell, die Zinsen zu senken. Die Zentralbank hielt in dieser Woche an einer zurückhaltenden Politik fest, angesichts steigender Inflation und geopolitischer Risiken.
Fed hält an Inflationsbekämpfung fest
Trump forderte gestern erneut eine deutliche Zinssenkung auf etwa 1 Prozent. Anfang dieser Woche entschied die Fed, die Zinsen bei 3,50–3,75 Prozent zu belassen. Diese Entscheidung folgte kurz nachdem die Zentralbank signalisierte, dass es im Jahr 2026 möglicherweise nur eine Zinssenkung geben wird.
Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen aufgrund zunehmender Energiepreise, bedingt durch den Konflikt mit Iran.
Laut Vorsitzendem Powell bleibt die wirtschaftliche Lage unsicher, insbesondere wegen der Auswirkungen des Iran-Konflikts und früherer Importzölle von 15 Prozent, die von Trump eingeführt wurden.
Powell betonte zudem, dass eine Zinserhöhung derzeit nicht wahrscheinlich ist, aber auch nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Er stellte fest, dass die Fed „bewerten muss, wie langanhaltend diese Situation ist“, in Bezug auf den anhaltenden Druck vom Energiemarkt.
Ökonomen erwarten, dass die Fed ihre Inflationsprognose bis Ende 2026 auf etwa 3 Prozent anheben wird. Dieses Niveau macht schnelle Zinssenkungen weniger wahrscheinlich.
Kryptomarkt reagiert auf Unsicherheit
Die Spannungen zwischen Trump und der Fed haben direkte Auswirkungen auf die Finanzmärkte, einschließlich der Kryptoindustrie. Der Markt preist derzeit kaum Zinssenkungen für 2026 ein. Laut CME FedWatch-Daten wird die Wahrscheinlichkeit einer unveränderten Zinspolitik auf über 99 Prozent geschätzt.
Dies bringt Bitcoin (BTC) in eine schwierige Lage: Einerseits kann Bitcoin als Absicherung gegen Stagflation bei niedrigeren Realzinsen dienen, andererseits bleibt es anfällig für Liquiditätsdruck bei anhaltend hohen Zinsen.
Der steigende Ölpreis, mit Brent über 110 Dollar, verstärkt den Inflationsdruck weiter. Dadurch verringert sich der Handlungsspielraum der Fed, während der politische Druck aus dem Weißen Haus zunimmt.
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