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Der Druck auf Prognosemärkte in den USA nimmt weiter zu. New York zieht gegen Kalshi vor Gericht, weil die Plattform nach Ansicht des Bundesstaats ohne Lizenz Prognosekontrakte anbietet, die unter das Glücksspielrecht fallen. Zugleich verschärft sich die Debatte darüber, wer diese Märkte beaufsichtigen soll.

New York will Kalshi stoppen

Die Klage wurde heute von der Generalstaatsanwältin New Yorks eingereicht. Nach Darstellung des Bundesstaats bietet Kalshi Prognosekontrakte unter anderem auf Sportereignisse, Wahlen und andere künftige Ereignisse an, ohne über die dafür erforderliche Lizenz zu verfügen.

New York verlangt, dass Kalshi seine Aktivitäten in dem Bundesstaat einstellt. Außerdem fordert die Anklagebehörde, dass das Unternehmen rechtswidrig erzielte Erlöse herausgibt, Nutzer entschädigt und eine zivilrechtliche Geldbuße zahlt, die bis zum Dreifachen des erzielten Gewinns betragen kann.

„Ganz gleich, wie sie sich selbst bezeichnen: Prognosemärkte wie Kalshi sind nach unserer Auffassung schlicht Glücksspielplattformen“, sagte James. „Wir ziehen vor Gericht, um unsere Gesetze durchzusetzen und die Menschen in New York zu schützen.“

Kompetenzstreit zwischen New York und der CFTC

Die Klage folgt auf einen früheren Konflikt zwischen Kalshi und der New York State Gaming Commission. Die Aufsichtsbehörde hatte das Unternehmen bereits im Oktober 2025 angewiesen, seine Aktivitäten einzustellen. Kalshi ging dagegen vor einem Bundesgericht vor, doch das Gericht setzte die Anordnung nicht aus. Auch ein Berufungsgericht lehnte einen weiteren Antrag ab.

In dem Verfahren geht es nicht nur um Kalshi, sondern auch um die Frage, wer für die Aufsicht über Prognosemärkte zuständig ist. Nach Auffassung New Yorks fallen diese Märkte unter das Glücksspielrecht des Bundesstaats.

Die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sieht das anders. Kurz bevor New York Klage einreichte, beantragte die Behörde bei einem Bundesgericht, das Vorgehen des Bundesstaats zu blockieren. Nach Ansicht der CFTC fallen zugelassene Prognosemärkte wie Kalshi unter den bundesrechtlichen Commodity Exchange Act; die Aufsicht liege ausschließlich bei ihr.

Auch in ähnlichen Konflikten mit anderen US-Bundesstaaten argumentiert die CFTC, dass diese Märkte der Bundesaufsicht unterstehen. Würde jeder Bundesstaat eigene Regeln für solche Kontrakte festlegen, wäre eine landesweite Aufsicht nach Einschätzung der Behörde deutlich schwieriger.

Prognosemärkte werden immer beliebter

Prognosemärkte ermöglichen es Nutzern, Kontrakte zu kaufen und zu verkaufen, die an künftige Ereignisse gekoppelt sind. Der Preis eines solchen Kontrakts bildet die Wahrscheinlichkeit ab, die der Markt einem bestimmten Ausgang beimisst.

Kalshi erweiterte sein Angebot Ende 2025 um tokenisierte Prognosemärkte auf Solana (SOL) und unterstützt inzwischen mehrere Blockchain-Netzwerke. Der Sektor ist zuletzt stark gewachsen. Nach Angaben des Analysehauses Chainalysis wurden während der Fußball-WM 2026 blockchainbasierte Prognosekontrakte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar gehandelt, verteilt auf mehr als 400.000 Wallets.

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