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SpaceX debütiert morgen an der US-Technologiebörse Nasdaq. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk nimmt etwa 75 Milliarden Dollar ein und markiert damit den größten Börsengang aller Zeiten.
Die Nachfrage ist enorm, die Bewertung schwindelerregend: über 1,75 Billionen Dollar. Es verspricht ein historischer Tag für die Wall Street zu werden, und in diesem Artikel fassen wir alle Details zusammen.
Die Aktien haben einen festen Preis von 135 Dollar erhalten. Ab morgen sind sie erstmals frei handelbar an der Nasdaq, unter dem Tickersymbol SPCX.
SpaceX verkauft etwa 555,6 Millionen Aktien und nimmt so rund 75 Milliarden Dollar ein. Der bisherige Rekordhalter war der Ölkonzern Saudi Aramco, der 2019 etwa 29,4 Milliarden Dollar einnahm.
Der Antrag wurde am 1. April vertraulich bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht. Das Börsendokument wurde am 20. Mai öffentlich.
Bei einem Börsengang verkauft ein Unternehmen erstmals Aktien an die breite Öffentlichkeit. Eine Aktie ist ein kleiner Anteil am Eigentum des Unternehmens.
SpaceX gibt neue Aktien aus, und das eingenommene Geld fließt direkt in das Unternehmen. Damit finanziert es beispielsweise neue Raketen und Rechenzentren.
Normalerweise legt ein Unternehmen zunächst eine Preisspanne fest. Während einer Roadshow ermitteln die Banken, wie viele Anleger kaufen möchten, und erst danach wird der endgültige Preis festgelegt.
Dann beginnt der Handel und der Kurs kann frei steigen oder fallen. Insider, wie Musk, dürfen ihre Aktien vorerst nicht verkaufen: Bei SpaceX gilt eine 366-tägige Sperrfrist.
SpaceX hat sich für einen seltenen Ansatz in den USA entschieden. Anstelle einer Preisspanne legte das Unternehmen den Preis direkt auf 135 Dollar fest.
Für Anleger bedeutet das ein Risiko. In den USA wählen normalerweise nur kleinere Unternehmen diesen Weg, was das Vertrauen in die Nachfrage unterstreicht.
SpaceX wurde 2002 von Elon Musk gegründet, mit dem Traum, Menschen zum Mars zu bringen. Heute ist es weit mehr als ein Raketenbauer.
Die Falcon 9 ist die Arbeitspferd-Rakete, die häufiger landet und wiederverwendet wird als jede Konkurrenz. Zudem entwickelt das Unternehmen das Starship, eine gigantische wiederverwendbare Rakete für den Mond und Mars.
Anfang dieses Jahres fusionierte SpaceX auch mit Musks KI-Unternehmen xAI. Damit gibt es nun einen Bereich für künstliche Intelligenz im Konzern.
Der eigentliche Gewinnbringer ist Starlink, das Satelliteninternet von SpaceX. Tausende Satelliten versorgen Orte mit Internet, die für normale Kabel unerreichbar sind.
Starlink hat mehr als 10,3 Millionen Abonnenten und erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar. Der Rest des Unternehmens macht hingegen Verluste.
Im Jahr 2025 verzeichnete SpaceX einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar, aber auch einen Nettoverlust von fast 5 Milliarden Dollar.
Die Bewertung ist kaum vorstellbar. Mit 1,75 Billionen Dollar ist SpaceX auf dem Papier mehr wert als der Einzelhandelsriese Walmart, der einen Umsatz von 681 Milliarden Dollar erzielt im Vergleich zu 18,7 Milliarden bei SpaceX.
Anleger zahlen etwa das 95-fache des Jahresumsatzes. Nvidia handelt bei etwa 20 bis 25-mal dem Gewinn, Apple bei etwa 10.
Als Apple selbst an die Börse ging, war es noch keine 2 Milliarden Dollar wert. SpaceX startet mit fast dem Tausendfachen davon.
Der Börsenwert wird einfach berechnet: der Kurs pro Aktie mal die Anzahl der Aktien. Bei 135 Dollar kommt SpaceX so auf etwa 1,75 Billionen Dollar.
Steigt der Kurs morgen, wächst dieser Wert mit. Händler erwarten, dass die Aktie stark anzieht und SpaceX den ersten Tag sogar über 2 Billionen Dollar abschließt.
Dafür muss der Kurs auf mindestens etwa 155 Dollar steigen, ein Sprung von über 15 Prozent. SpaceX würde dann zu den sieben größten börsennotierten Unternehmen der Welt gehören.
Auf der Kryptoplattform Hyperliquid handeln Anleger bereits seit Wochen in einem Vorbörsenmarkt, der genau einschätzt, wo SpaceX eröffnen wird, und der Preis liegt deutlich über 135 Dollar.
Es geht dort nicht um echte Aktien, sondern um synthetische Perpetual-Kontrakte: eine Wette auf den zukünftigen Kurs, ohne Enddatum und ohne dass man eine Aktie besitzt.
Diese Kontrakte bewerten SpaceX deutlich höher als den IPO, mit einer impliziten Bewertung von etwa 2,2 Billionen Dollar. Achtung: Diese ‚Perps‘ sind risikoreich und bieten kein Eigentum oder Stimmrecht.
Anleger kaufen vor allem ein Versprechen. Der Markt rechnet damit, dass Starlink stark wächst und Starship bald mehrmals pro Woche fliegen kann.
Dazu kommt eine gewagte Wette: KI-Rechenzentren im All, die mit unbegrenzter Sonnenenergie betrieben werden. Ob das machbar ist, weiß niemand sicher.
Das Forschungsinstitut Morningstar schätzt den Wert der Aktie deshalb nur auf 63 Dollar, weit unter dem Ausgabepreis. Optimisten von New Street Research sehen hingegen 165 Dollar innerhalb eines Jahres, und im besten Fall sogar 330 Dollar.
Das Interesse ist beispiellos. Laut der Nachrichtenagentur Reuters stieg die Nachfrage auf über 250 Milliarden Dollar, während SpaceX nur 75 Milliarden aufnimmt. Der Börsengang ist somit mehr als dreifach überzeichnet.
Einige große Vermögensverwalter platzierten allein Aufträge von 10 Milliarden Dollar oder mehr. Der Börsengang wird von Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und JPMorgan angeführt, zusammen mit achtzehn weiteren Banken.
Besonders ist die Rolle der Privatanleger. Normalerweise gehen 5 bis 10 Prozent eines Börsengangs an Privatanleger, aber SpaceX reserviert bis zu 30 Prozent.
Allein von Privatanlegern kamen Bestellungen über mehr als 70 Milliarden Dollar herein. Das ist mehr als das Doppelte des gesamten Rekordbörsengangs von Aramco und fast genug, um den gesamten Verkauf auf einmal zu füllen.
Kaufen kann man über bekannte Broker wie Robinhood, Fidelity und Charles Schwab. Wer mitmacht, investiert Geld, erhält jedoch wenig Mitspracherecht. Musk behält nach dem Börsengang über 82 Prozent der Stimmrechte über spezielle Aktien.
Die Nachfrage nach SpaceX ist so groß, dass Anleger dafür andere Positionen auflösen. Laut Vanda Research verkaufen Privatanleger seit drei Tagen in Folge Chip- und KI-Aktien.
So machen sie Kapital für den Börsengang frei. Analysten warnen, dass dies die Schwankungen auf dem Aktienmarkt verstärken könnte, insbesondere mit weiteren großen Börsengängen in Aussicht (von KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI).
SpaceX wird das nächste börsennotierte Unternehmen mit Bitcoin (BTC) in der Bilanz. SpaceX besitzt 18.712 BTC, einst für 661 Millionen Dollar gekauft und jetzt über 1,1 Milliarden Dollar wert.
Das Unternehmen hält die Coins als strategische Reserve für überschüssige Barmittel. Wer eine Aktie kauft, erhält damit indirekt eine Exposition gegenüber Bitcoin. Mit dem Autobauer Tesla hält Musk weitere 11.509 Bitcoins.
In den letzten zehn Jahren ging fast kein großer Tech-Börsengang ohne Verluste durch das erste Jahr. Facebook verlor unterwegs 54 Prozent, Uber 68 Prozent und Robinhood sogar 90 Prozent.
Sogar spätere Gewinner wie Zoom und Palantir erlebten zunächst einen deutlichen Rückgang. Die Botschaft der Skeptiker ist einfach: Der Börsengang ist in erster Linie der Moment des Verkäufers, nicht des Käufers. Aber bei diesem Börsengang herrscht viel FOMO (Fear of Missing Out) und dann können verrückte Dinge passieren.
Da SpaceX noch Verluste macht, darf es vorerst nicht im renommierten S&P 500 gelistet werden. Der automatische Kaufdruck durch diese Indexfonds bleibt also aus, auch wenn der Nasdaq 100 seine Tür schneller öffnet.
Morgen dreht sich alles um die Anleger selbst. Der Kurs, mit dem SPCX eröffnet, ist das erste echte Urteil des Marktes über Musks teuerste Wette.
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