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Das KI-Unternehmen Anthropic wächst in einem bislang kaum gesehenen Tempo. Der Entwickler des Chatbots Claude erzielte im zweiten Quartal 2026 einen vorläufigen Umsatz von mehr als 11,5 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor waren es erst 787 Millionen Dollar.

Damit hat sich der Quartalsumsatz binnen eines Jahres mehr als vervierzehnfacht. Auch gegenüber dem ersten Quartal, in dem Anthropic 4,73 Milliarden Dollar umsetzte, bedeutet das einen enormen Sprung.

Die Zahlen kommen zu einem wichtigen Zeitpunkt. Anthropic bereitet einen möglichen Börsengang vor und liefert sich zugleich einen harten Wettbewerb mit OpenAI um Firmenkunden.

Firmenkunden treiben das Wachstum von Anthropic

Das starke Umsatzwachstum geht mit einer besseren Profitabilität einher. Anthropic erzielte im zweiten Quartal ein positives bereinigtes operatives Ergebnis. Mit Blick auf einen möglichen Börsengang ist das wichtig, weil das Unternehmen nach dieser Kennzahl inzwischen operativ profitabel arbeitet.

Ein wichtiger Treiber ist die wachsende Nachfrage aus Unternehmen. Immer mehr Fachkräfte nutzen die KI-Software von Anthropic, um Arbeitsabläufe zu beschleunigen und zu automatisieren. Vor allem beim Programmieren hat das Unternehmen deutlich an Boden gewonnen.

Damit entwickelt sich Anthropic immer stärker zu einem großen Konkurrenten von OpenAI. Im Mai lag der Claude-Entwickler auf Basis seiner damaligen Einnahmen auf Kurs für einen Jahresumsatz von mehr als 47 Milliarden Dollar. OpenAI steuert derzeit auf Basis seiner Einnahmen auf gut 40 Milliarden Dollar zu.

Direkt vergleichbar sind diese Beträge allerdings nicht. Es handelt sich um eine Hochrechnung, bei der Einnahmen aus einem kürzeren Zeitraum auf ein Gesamtjahr umgelegt werden. Zudem können Anthropic und OpenAI dafür unterschiedliche Methoden verwenden.

Anthropic könnte OpenAI beim Börsengang zuvorkommen

Das rasante Wachstum kommt für Anthropic zu einem günstigen Zeitpunkt. Das KI-Unternehmen spricht mit Investoren über einen möglichen Börsengang und hat dafür bereits vertraulich Unterlagen eingereicht.

Bloomberg zufolge arbeitet Anthropic mit großen Investmentbanken wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan zusammen. Der Börsengang könnte möglicherweise schon in diesem Herbst stattfinden.

Damit könnte Anthropic früher an die Börse gehen als der große Konkurrent OpenAI, der ebenfalls Vorbereitungen für eine Notierung trifft. Auch das chinesische KI-Unternehmen DeepSeek arbeitet Insidern zufolge an einem möglichen Börsengang und könnte noch in diesem Jahr Unterlagen einreichen.

Für Anthropic dürfte eine Börsennotierung vor allem wichtig sein, um frisches Kapital aufzunehmen. Die Entwicklung fortgeschrittener KI-Modelle erfordert enorme Investitionen in Chips, Rechenzentren und weitere Infrastruktur. Die größten KI-Unternehmen planen, dafür in den kommenden Jahren zusammen Hunderte Milliarden Dollar auszugeben.

Ein Börsengang würde Anthropic Zugang zum tiefen Kapitalmarkt der Wall Street verschaffen. Das Geld könnte das Unternehmen nutzen, um weiter zu investieren und den Konkurrenzkampf mit OpenAI und anderen KI-Firmen durchzuhalten.

KI-Rennen löst neue Welle von Börsengängen aus

Die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz zeigen sich inzwischen auch am Markt für Börsengänge. Unternehmen haben in diesem Jahr weltweit bereits 256,4 Milliarden Dollar über IPOs eingesammelt, wenn SPACs und andere Finanzkonstruktionen außen vor bleiben.

Nach Daten von Bloomberg ist das der höchste Betrag seit 2021.

Anthropic könnte dort bald zu den größten neuen Namen zählen. Mit einem Quartalsumsatz, der binnen eines Jahres von 787 Millionen auf mehr als 11,5 Milliarden Dollar gestiegen ist, kann das Unternehmen potenziellen Anlegern jedenfalls eine auffällige Wachstumsgeschichte präsentieren.

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