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OpenAI wächst rasant und kommt damit einem möglichen Börsengang einen wichtigen Schritt näher. Der ChatGPT-Entwickler steuert auf Basis der aktuellen Einnahmen auf einen Jahresumsatz von mehr als 40 Milliarden Dollar zu. Ende 2025 waren es noch etwas mehr als 20 Milliarden Dollar.
Angetrieben wird das Wachstum unter anderem von ChatGPT-Abonnements und der stark steigenden Nachfrage nach KI-Software für Entwickler. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb mit Anthropic. Das Unternehmen liegt auf Basis seiner aktuellen Einnahmen sogar auf Kurs zu einem höheren Jahresumsatz.
Die genannten 40 Milliarden Dollar bedeuten nicht, dass OpenAI diesen Betrag in diesem Jahr bereits tatsächlich erwirtschaftet hat. Gemeint ist eine sogenannte Run Rate. Dabei werden die aktuellen Einnahmen auf ein Jahr hochgerechnet, sofern die Entwicklung auf dem derzeitigen Niveau bleibt.
Auffällig ist, dass sich das Wachstum in den vergangenen Monaten weiter beschleunigt hat. Mitgründer und Präsident Greg Brockman teilte intern mit, dass dieser hochgerechnete Jahresumsatz allein im Juli gegenüber Juni um mehr als 20 Prozent gestiegen sei.
Ein wichtiger Treiber ist die wachsende Nachfrage nach KI-Tools, die Aufgaben eigenständig ausführen können. Vor allem Codex, das Programmierwerkzeug von OpenAI, wächst Insidern zufolge schnell. Auch ChatGPT Work, mit dem Unternehmen KI für verschiedene Arbeitsbereiche einsetzen können, gewinnt weitere Nutzer.
Zudem steigen die Einnahmen aus ChatGPT-Abonnements und dem Geschäft mit Privatkunden weiter. Auch die noch junge Werbesparte trägt inzwischen zum Umsatz bei.
Dieses Wachstum fällt in eine Phase, in der der Wettbewerb um Unternehmenskunden im KI-Markt immer härter wird. Vor allem Anthropic hat zuletzt deutlich an Boden gewonnen und entwickelt sich zu einem immer größeren Herausforderer für OpenAI.
Anthropic teilte im Mai mit, auf Basis der damaligen Einnahmen auf einen Jahresumsatz von mehr als 47 Milliarden Dollar zuzusteuern. Das liegt über den gut 40 Milliarden Dollar von OpenAI. Ein direkter Vergleich bleibt jedoch schwierig, da beide Unternehmen diese Kennzahl möglicherweise unterschiedlich berechnen.
Ein zentrales Feld des Wettbewerbs ist die Softwareentwicklung. Anthropic ist mit KI-Tools erfolgreich, die Entwickler bei komplexen Aufgaben unterstützen, während OpenAI unter anderem mit Codex versucht, seine Position in diesem Markt weiter auszubauen.
Auch der Preis gewinnt an Bedeutung. OpenAI hat mehrere Modelle günstiger gemacht, um für Unternehmen attraktiv zu bleiben, die ihre KI-Kosten genau im Blick haben. Konkurrenz kommt dabei nicht nur von Anthropic. Auch chinesische KI-Unternehmen bieten zunehmend leistungsfähige Modelle zu vergleichsweise niedrigen Preisen an.
Das schnelle Wachstum könnte OpenAI zugleich beim nächsten großen Schritt helfen. Sowohl OpenAI als auch Anthropic haben Insidern zufolge vertraulich Unterlagen für eine Börsennotierung eingereicht. Anthropic könnte möglicherweise schon in diesem Herbst an die Börse gehen und seinem großen Rivalen damit zuvorkommen.
Ein Börsengang könnte wichtig werden, weil beide Unternehmen enorme Summen benötigen, um ihr Wachstum zu finanzieren. Sie investieren Dutzende Milliarden Dollar in Chips, Rechenzentren und andere Infrastruktur, um neue KI-Modelle zu entwickeln und die schnell wachsende Kundennachfrage bedienen zu können.
OpenAI versucht deshalb, nicht nur technologisch, sondern auch kommerziell weiter zu skalieren. Das Unternehmen ernannte am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von weniger als einem Jahr einen neuen Vertriebschef. Der Manager aus der Cybersicherheitsbranche soll den Verkauf weiter ankurbeln, vor allem bei Firmenkunden.
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