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Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Einführung von tokenisierten Aktien vorerst auf Eis gelegt. Diese Entscheidung enttäuscht Teile der Kryptobranche, doch Experten sehen darin eine kluge Vorsichtsmaßnahme. Einer dieser Experten ist Michael Burry, der durch seine erfolgreiche Vorhersage der Finanzkrise von 2008 bekannt wurde.
Kritiker betonen, dass das Problem nicht die Technologie der Tokenisierung selbst ist. Vielmehr ist die Sorge, dass die finanzielle Infrastruktur noch nicht bereit ist für die damit verbundenen Risiken.
Tokenisierte Aktien sind digitale Versionen traditioneller Aktien, die auf einer Blockchain herausgegeben und gehandelt werden. Befürworter sehen darin große Vorteile. Transaktionen können schneller abgewickelt werden, Märkte werden zugänglicher und der Handel kann nahezu kontinuierlich stattfinden.
Dennoch warnen Experten, dass gerade diese Geschwindigkeit neue Probleme schaffen kann.
Derzeit dauert es oft ein bis zwei Tage, bis eine Aktientransaktion vollständig abgewickelt ist. Bei tokenisierten Aktien würde dieser Prozess nahezu in Echtzeit erfolgen. Dadurch müssen auch Kontrollen gegen Geldwäsche, Sanktionen und Marktmissbrauch in Echtzeit stattfinden.
Laut verschiedenen Marktexperten sind viele der derzeitigen Compliance-Systeme dafür noch nicht ausgestattet. Sie prüfen vor allem, ob Transaktionen den bestehenden Regeln entsprechen, sind jedoch weniger in der Lage, komplexe Muster und verdächtige Verbindungen zwischen verschiedenen Parteien zu erkennen.
Kritiker verweisen auf frühere Vorfälle in der Kryptobranche. So gelang es Hackern der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe, Hunderte Millionen Dollar über verschiedene Wallets und Netzwerke abzuziehen.
Auf dem Papier entsprachen viele dieser Transaktionen den bestehenden Vorschriften. Verbotene Wallets wurden nicht verwendet und die beteiligten Protokolle funktionierten gemäß den Bestimmungen. Dennoch verschwanden enorme Summen, weil Kriminelle Strukturen nutzten, die außerhalb des Sichtfelds traditioneller Kontrollen lagen.
Auch beim Zusammenbruch der Kryptobörse FTX und dem Angriff auf Mango Markets entstanden Probleme, während viele Prozesse formal im Rahmen der Regeln stattfanden. Experten zufolge zeigt dies, dass Betrug oft im Umfeld von Transaktionen entsteht und nicht in den Transaktionen selbst.
Michael Burry reagierte fast sofort auf die Pläne zu tokenisierten Aktien und warnte vor möglichen Systemrisiken. Seiner Meinung nach könnte eine zu schnelle Einführung dieser Technologie zu Problemen führen, die sich rasch über die Finanzmärkte ausbreiten.
Die Bedenken richten sich vor allem auf die Kombination von weltweiter Liquidität, grenzüberschreitendem Handel und direkter Abwicklung von Transaktionen. Ein Anleger könnte beispielsweise in ein tokenisiertes Asset investieren, das über mehrere Länder und rechtliche Konstruktionen läuft, während die zugrunde liegenden Risiken kaum sichtbar sind.
Befürworter eines Moratoriums fordern, die Branche müsse erst in eine neue Generation von Compliance-Systemen investieren. Diese sollten nicht nur Regelwerke abarbeiten, sondern auch eigenständig Verbindungen zwischen Wallets, Transaktionen und Marktteilnehmern erkennen können.
Die kommenden Jahre werden wahrscheinlich entscheiden, ob tokenisierte Aktien tatsächlich zu einer sicheren Erweiterung der Finanzmärkte werden können oder ob die Regulierungsbehörden weiterhin auf die Bremse treten.
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