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Die Spannungen rund um die Straße von Hormus nehmen erneut rasch zu. Nachdem Iran in dieser Woche drei kommerzielle Tanker angegriffen hatte und die Vereinigten Staaten mit neuen Luftangriffen reagierten, ist der Schiffsverkehr auf einer der wichtigsten Seerouten der Welt deutlich zurückgegangen. Präsident Donald Trump erklärte zudem, die Waffenruhe mit Iran sei aus seiner Sicht beendet. Damit wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation.
Die Straße von Hormus ist die wichtigste Passage für Ölexporte aus dem Nahen Osten. Ein großer Teil des weltweiten Ölhandels passiert täglich die schmale Meerenge. Störungen können daher unmittelbare Folgen für den Energiemarkt haben.
Nach den jüngsten Angriffen ist die Zahl der passierenden Tanker deutlich gesunken. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Kpler fuhren am Mittwoch nur 13 Öltanker durch die Meerenge, nach durchschnittlich 33 pro Tag in der Vorwoche. Andere maritime Quellen sprechen von rund 25 Durchfahrten. Auch das liegt klar unter dem üblichen Niveau von 30 bis 50 Schiffen pro Tag.
Analysten beobachten, dass Reedereien zunehmend vorsichtiger agieren. Einige Tanker wählen die nördliche Route, die unter iranischer Kontrolle steht. Andere Schiffe schalten ihre Transponder aus, sodass ihre Position nicht mehr öffentlich nachverfolgt werden kann. In Konfliktgebieten kommt das aus Sicherheitsgründen häufiger vor.
Nach Einschätzung des maritimen Informationsdienstes Windward ist die Erholung des Schiffsverkehrs, die nach der vorherigen Waffenruhe vorsichtig eingesetzt hatte, nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Die Route funktioniert wieder so, als herrsche dort eine aktive Kriegslage.
Die verschlechterte Sicherheitslage folgt auf eine neue militärische Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Nachdem drei kommerzielle Schiffe angegriffen worden waren, flog das US-Militär erneut Luftangriffe auf iranische Ziele. Nach Angaben des US Central Command richteten sie sich gegen militärische Anlagen, die für Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus genutzt worden sein sollen.
Trump sagte am Mittwoch, er wisse nicht, ob beide Länder erneut in einen umfassenden Krieg geraten. Zugleich erklärte er, Iran wolle unbedingt eine Einigung erzielen. Er betonte jedoch, er habe Zweifel, ob Teheran neue Vereinbarungen einhalten werde.
Bereits zuvor hatte Trump erklärt, die Waffenruhe zwischen beiden Ländern sei aus seiner Sicht beendet. Iran warf den Vereinigten Staaten daraufhin vor, die zuvor geschlossene Vereinbarung verletzt zu haben, und kündigte an, sich weiter zu verteidigen.
Die neue Unsicherheit sorgt erneut für höhere Ölpreise. Brent-Öl verteuerte sich in dieser Woche um mehr als sechs Prozent, weil Anleger befürchten, dass die Exporte über die Straße von Hormus weiter unter Druck geraten.
Energieanalysten gehen dennoch davon aus, dass der Markt vorerst keine vollständige Sperrung der Meerenge einpreist. Ihrer Einschätzung nach rechnen Händler eher mit einem Muster, bei dem sich Phasen militärischer Angriffe mit vorübergehender Beruhigung abwechseln. Dadurch könnten Öltanker zwischendurch weiter verkehren.
Eine vollständige Blockade hätte weitaus größere Folgen. Bereits Anfang dieses Jahres führte eine monatelange Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zu einer der größten Unterbrechungen der weltweiten Ölversorgung überhaupt. Analysten warnen, dass eine neue Eskalation den Druck auf den Energiemarkt rasch wieder erhöhen könnte.
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