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Die Vereinigten Staaten und Iran haben sich den zweiten Tag in Folge gegenseitig angegriffen. Das US-Militär flog am Mittwochabend eine neue Serie von Luftschlägen gegen militärische Ziele entlang der iranischen Küste. In der Nacht feuerte Iran anschließend Raketen und Drohnen auf Bahrain, Kuwait und Katar ab. Damit gerät die jüngste Waffenruhe immer stärker ins Wanken.
Später sorgte Präsident Donald Trump jedoch für eine überraschende Wendung. Nach seinen Angaben habe Iran Kontakt aufgenommen, weil das Land „sehr an einer Vereinbarung interessiert sei“. Die Aussage ließ die US-Aktienfutures trotz der neuen Eskalation wieder ins Plus drehen.
Nach Angaben des US Central Command wurden rund 90 Ziele getroffen, darunter Luftabwehrsysteme, Raketenlager, Drohneneinrichtungen und Küstenanlagen. Washington erklärt die Angriffe damit, Irans Fähigkeit zu weiteren Attacken auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus schwächen zu wollen.
Die Angriffe erfolgten kurz nachdem Trump auf dem Nato-Gipfel gewarnt hatte, die Vereinigten Staaten würden Iran nach den jüngsten Zwischenfällen mit Handelsschiffen in der Straße von Hormus erneut angreifen.
Iran schlug daraufhin mit Angriffen auf Bahrain, Kuwait und Katar zurück. In Bahrain, wo sich ein wichtiger US-Marinestützpunkt befindet, wurde mehrfach Luftalarm ausgelöst. Kuwait teilte mit, anfliegende Raketen und Drohnen abgefangen zu haben.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf reagierte scharf auf die US-Angriffe.
Eines müsse klar sein: Wer angreife, müsse mit Gegenschlägen rechnen.
Mohammad Bagher Ghalibaf
Die neuen Angriffe sorgten erneut für Unruhe am Energiemarkt. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasexporte durch diese Meerenge.
Brentöl stieg deshalb den dritten Handelstag in Folge auf mehr als 78 Dollar je Barrel. Auch der Schiffsverkehr blieb unter Druck. Viele Tanker wählten eine von Iran genehmigte Route, während der von den Vereinigten Staaten unterstützte Korridor weitgehend leer blieb.
Im weiteren Tagesverlauf drehte die Stimmung jedoch. Trump erklärte, Iran habe Kontakt zu ihm aufgenommen und sei „sehr an einer Vereinbarung interessiert“. Die Äußerung nährte die Hoffnung, dass beide Länder die Verhandlungen doch wieder aufnehmen könnten. Anleger reagierten umgehend: Die US-Aktienfutures drehten nach der Aussage wieder ins Plus.
Trotz Trumps optimistischem Ton kommen die Verhandlungen vorerst offenbar kaum voran. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran liegen wegen der nationalen Trauerzeit in Iran nach dem Tod von Ajatollah Ali Khamenei weiterhin auf Eis.
Beide Länder werfen einander zudem vor, Vereinbarungen zu verletzen, die zuvor den Weg zu einem endgültigen Friedensabkommen ebnen sollten. Zentrale Fragen wie die Durchfahrt durch die Straße von Hormus, die Freigabe iranischer Guthaben und das iranische Atomprogramm sind weiter ungeklärt.
Für Anleger bleibt die Lage damit äußerst unsicher. Jeder neue Angriff kann den Ölpreis weiter nach oben treiben, während diplomatische Signale an den Finanzmärkten rasch für Erholung sorgen.
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