Die traditionelle Finanzwelt öffnet sich zunehmend für die Blockchain-Technologie. Große europäische Börsen gehen nun einen Schritt weiter und kooperieren mit Chainlink (LINK). Dieses Netzwerk soll sicherstellen, dass zuverlässige Börsendaten direkt für Anwendungen auf der Blockchain verfügbar sind.
Börsendaten von Milliardenunternehmen auf der Blockchain
Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX Group und die spanische Bolsas y Mercados Españoles (BME) werden ihre Aktienmarktdaten über Chainlink verfügbar machen, wie aus einer offiziellen Pressemitteilung hervorgeht. Dadurch gelangen Informationen über große börsennotierte Unternehmen direkt auf die Blockchain.
Chainlink ist ein sogenanntes Orakel-Netzwerk. Blockchains können selbst keine externen Daten abrufen, wie Aktienkurse oder Wetterdaten. Chainlink löst dieses Problem, indem es diese Informationen sicher und zuverlässig über sogenannte Orakel bereitstellt.
Es handelt sich um Daten von Aktien mit einem Gesamtwert von mehr als 2 Billionen Euro. Über das Netzwerk von Chainlink wird diese Information für tausende Anwendungen auf mehr als 75 verschiedenen Blockchains verfügbar gemacht.
Fernando Vázquez von Chainlink Labs erklärt: „Chainlink bietet Datenanbietern eine sichere und skalierbare Möglichkeit, ihre Daten auf die Blockchain zu bringen, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren, wie diese Daten genutzt werden.“
Da diese Börsendaten direkt auf der Blockchain verfügbar werden, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Entwickler können zum Beispiel digitale Versionen von Aktien erstellen, was auch als Tokenisierung bezeichnet wird.
Brücke zwischen alter und neuer Finanzwelt
Die Zusammenarbeit zwischen Chainlink und europäischen Börsen ist Teil eines umfassenderen Trends. Auch jenseits des Atlantiks nehmen große Börsen die Blockchain-Technologie immer ernster. So hat die US-Technologiebörse Nasdaq im März die Genehmigung erhalten, tokenisierte Aktien zu handeln.
Die New York Stock Exchange (NYSE) arbeitet derweil an einer neuen Handelsplattform auf der Blockchain. Damit sollen Aktien und Fonds künftig rund um die Uhr als digitale Tokens handelbar werden. Analysten zufolge entsteht so eine zweite, vollständig digitale Börse neben dem traditionellen Markt. Diese bietet schnellere Abwicklungen und einen breiteren Zugang für Anleger weltweit. Selbst außerhalb der regulären Handelszeiten können Investoren direkt auf wichtige Nachrichten reagieren.
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