Die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) hat am Mittwoch grünes Licht für die Nasdaq gegeben, um tokenisierte Versionen von Aktien zu handeln.
Tokenisierung gilt als eines der vielversprechendsten Konzepte in der Krypto-Welt, und immer mehr Finanzriesen setzen darauf. Mit dieser Genehmigung betritt die Blockchain-Technologie erstmals eine große US-amerikanische Börse.
Gleiche Börse, gleicher Preis, neue Verpackung
Nasdaq reichte den Vorschlag bereits im September ein und erhält nun die Erlaubnis, ein Pilotprogramm zusammen mit der Depository Trust Company (DTC), einem wichtigen Akteur in der US-Marktinfrastruktur, zu starten.
Die tokenisierten Aktien werden neben ihren traditionellen Pendants gehandelt. Das bedeutet: gleiches Orderbuch, gleicher Kurs, gleicher Ticker und gleiche Identifikationsnummer. Aktionäre behalten zudem die gleichen Rechte wie bei einer regulären Aktie.
Tokenisierung bedeutet, dass eine bestehende Aktie in ein digitales Token auf einer Blockchain umgewandelt wird. Es handelt sich um eine Art digitales Zertifikat, das dieselbe Aktie repräsentiert, jedoch schneller und effizienter gehandelt werden kann.
Ein weiterer großer Vorteil: Die Blockchain kennt keine Schließzeiten. Während die traditionelle Börse an feste Handelszeiten gebunden ist, läuft eine Blockchain rund um die Uhr, sieben Tage die Woche.
Vorerst ist das Angebot auf Aktien aus dem Russell 1000 Index beschränkt, der die tausend größten börsennotierten Unternehmen in den USA abbildet. Außerdem kommen auch börsengehandelte Fonds (ETFs) in Frage, die den S&P 500 und Nasdaq-100 abbilden. Nur zugelassene Teilnehmer dürfen am Pilotprogramm teilnehmen.
Wall Street wittert Chancen
Nasdaq ist nicht allein in diesem Rennen. Letzte Woche kündigte das Unternehmen bereits eine Zusammenarbeit mit der Kryptobörse Kraken an. Zusammen möchten sie es Kunden ermöglichen, ihre Wertpapiere in tokenisierte Versionen auf der Blockchain umzuwandeln. Börsennotierte Unternehmen könnten so auch ihre eigenen tokenisierten Aktien ausgeben.
Der Eigentümer der konkurrierenden New York Stock Exchange, Intercontinental Exchange, ist ebenfalls aktiv. Anfang März investierte das Unternehmen in die Kryptobörse OKX mit der Absicht, tokenisierte Aktien und Kryptofutures zu lancieren.
Bisher waren tokenisierte Aktien vor allem für nicht-amerikanische Nutzer über Plattformen verfügbar, die Krypto-Investoren Zugang zu Unternehmen wie Tesla und Apple boten. Das Kryptoprojekt Ondo (ONDO) setzt hier beispielsweise an.
SEC öffnet die Tür weiter
Die Genehmigung ist Teil einer umfassenderen Kursänderung unter SEC-Vorsitzendem Paul Atkins. Er sagte am Dienstag, dass die Regulierungsbehörde bald öffentliche Kommentare zu einer Reihe von krypto-bezogenen Ausnahmen einholen wird. Darunter fällt auch eine sogenannte Innovationsausnahme, die es bestimmten Krypto-Wertpapieren erleichtern soll, Kapital zu beschaffen, ohne den vollständigen Registrierungsprozess durchlaufen zu müssen.
„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine solide Grundlage schaffen, den Menschen Sicherheit geben und sie zurück in die USA holen müssen“, so Atkins.
Nicht jeder teilt diesen Enthusiasmus. Auch aus traditionellen Finanzkreisen kommt Widerstand. Sie plädieren für strengere Regeln rund um Blockchain-basierte Wertpapiere, bevor der Markt weiter geöffnet wird.
Wie lange das Pilotprogramm von Nasdaq genau dauern wird, ist noch nicht bekannt. Der Startschuss ist jedoch gefallen, und der Rest der Wall Street steht bereits in den Startlöchern.
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Durchbruch bei der Tokenisierung: Ondo bringt Stimmrechte für digitale Aktien
Ondo Finance arbeitet mit dem Infrastrukturspezialisten Broadridge zusammen. Dadurch können Inhaber von mehr als 250 tokenisierten Aktien direkt über ihre Wallet abstimmen.
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