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Robinhood hat in sechs Wochen eine Blockchain aufgebaut, wofür andere Anbieter Jahre brauchen. Die Zusammenarbeit mit der großen dezentralen Handelsplattform Uniswap hat zur wachsenden Popularität beigetragen – davon profitiert auch der zugehörige UNI-Token deutlich. Die Großbank Standard Chartered rechnet mit einem beispiellosen Kursanstieg.

Neue Blockchain setzt vollständig auf Uniswap

Robinhood Chain nähert sich einem Total Value Locked (TVL) von 1 Milliarde Dollar. Gemeint ist das Kapital, das in den Anwendungen auf der Blockchain gebunden ist. Kein anderes Netzwerk sei jemals so schnell gewachsen, schrieb Standard-Chartered-Analyst Geoffrey Kendrick gestern in einer Mitteilung an Kunden.

Die Blockchain ging am 1. Juli an den Start und soll vor allem reale Vermögenswerte wie Aktien und Anleihen auf das Netzwerk bringen. In der ersten Woche registrierten sich bereits 194.000 tägliche Nutzer.

Zum Start benannte Robinhood Uniswap direkt als wichtigsten Partner. Die Plattform ist die größte dezentrale Börse der Welt; Nutzer können dort Coins unmittelbar aus ihrer Wallet heraus tauschen.

Uniswap ist dabei kein Unternehmen mit einer klassischen Niederlassung, sondern Software, die auf jeder Blockchain eingesetzt werden kann. Genau das ist hier geschehen: Seit dem ersten Tag läuft eine Instanz der Handelssoftware auf Robinhood Chain.

Nahezu die gesamte Liquidität auf der Chain läuft über diese Software. Liquidität ist das Kapital, das für Käufe und Verkäufe bereitsteht. Ohne dieses Kapital funktioniert eine neue Blockchain schlicht nicht.

Genau darin liegt normalerweise die größte Hürde. Nutzer kommen erst, wenn Handel stattfindet, und Handel entsteht erst, wenn es Nutzer gibt. Robinhood umgeht diese Phase, indem Uniswap von Beginn an eingebunden ist.

Uniswap verbrennt jährlich 4 Prozent

Uniswap brachte seinen eigenen Tokenhaltern jahrelang keine direkten Einnahmen. Sämtliche Handelsgebühren gingen an diejenigen, die Kapital in die Liquiditätspools einzahlten.

Das änderte sich im Dezember 2025 mit UNIfication, einem Vorschlag, durch den der sogenannte Fee Switch aktiviert wurde. Seitdem behält das Protokoll einen Teil der Handelsgebühren ein und kauft damit UNI-Token zurück.

Diese Token werden anschließend verbrannt, also dauerhaft aus dem Umlauf genommen. Das ähnelt einem börsennotierten Unternehmen, das eigene Aktien zurückkauft und einzieht.

Aktiv ist der Mechanismus allerdings nicht überall. Uniswap muss für jedes Netzwerk und jede Version gesondert abstimmen, ob Gebühren erhoben werden. Die Einführung erfolgt schrittweise.

Ende Juli war Robinhood Chain an der Reihe. Zwei Vorschläge aktivierten dort die Gebühren für den Handel; sie traten am 27. Juli in Kraft.

Seitdem hat sich das Tempo, mit dem UNI verbrannt wird, etwa verdoppelt. Auf Jahressicht geht es inzwischen um rund 90 Millionen Dollar.

Bei einem Kurs von rund 3,50 Dollar entspricht das 25 Millionen Token pro Jahr und damit gut 4 Prozent des umlaufenden Angebots. Die Einnahmen über Robinhood sind damit zur größten Quelle für UNI-Burns geworden.

Dass das für den Kurs positiv ist, liegt auf der Hand. Angebot verschwindet dauerhaft vom Markt, was auf längere Sicht zu einem Anstieg führen kann, sofern die Nachfrage zumindest stabil bleibt. Je höher die Aktivität, desto geringer das verfügbare Angebot.

Ist das Kursziel von 100 Dollar zu niedrig?

Im Juni war zu lesen, dass Kendrick für UNI bis Ende 2030 ein Kursziel von 100 Dollar ausgegeben hatte. Das entspräche einem Anstieg von mehr als 2.700 Prozent. Gestern erklärte er jedoch, diese Annahme könne noch zu konservativ sein. Das Verbrennungstempo liegt deutlich höher, als er damals kalkuliert hatte.

Das Risiko besteht allerdings darin, dass die gesamte Rechnung auf Händlern beruht, die jederzeit abwandern können. Ein großer Teil des Handels entfällt zudem auf Memecoins, also auf besonders sprunghaftes Kapital im Markt.

Auch an der Wall Street erhält Robinhood Zuspruch. Bernstein erhöhte das Kursziel für die HOOD-Aktie auf 160 Dollar und verweist dabei auf Tokenisierung und Prognosemärkte.

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