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Robinhood hat eine eigene Blockchain gestartet. Die US-Handelsplattform schaltete am Mittwoch die Robinhood Chain frei, ein Netzwerk auf Ethereum (ETH), das das Unternehmen als „KI-nativ und speziell für reale Vermögenswerte entwickelt“ beschreibt.
Die Robinhood Chain ist ein sogenanntes Layer-2-Netzwerk. Es läuft auf Ethereum und soll Transaktionen schneller und günstiger machen. Entwickelt wurde es auf Basis von Arbitrum, im Februar war bereits eine Testversion gestartet.
Damit will Robinhood Krypto und die traditionelle Finanzwelt enger zusammenführen. Händler können zudem KI-Agenten einsetzen, die Transaktionen eigenständig ausführen.
Zum Start schloss Robinhood Partnerschaften mit bekannten Kryptounternehmen wie BitGo, Chainlink, Uniswap und Pleiades.
Robinhood ist eine beliebte US-Anlage-App, die mit provisionsfreiem Aktienhandel bekannt wurde. Seit Februar 2018 können Nutzer dort auch Kryptowährungen kaufen und verkaufen.
Gleichzeitig schaltete Robinhood seine Stock Tokens vollständig frei. Dabei handelt es sich um Token auf der Blockchain , die Aktien großer Unternehmen wie Nvidia und Apple abbilden.
Die Produkte sind über die Robinhood Wallet in mehr als 120 Ländern verfügbar, wobei sich das Angebot je nach Region unterscheidet. In den USA ist es nicht erhältlich.
Nutzer können die tokenisierten Aktien innerhalb von DeFi als Sicherheit hinterlegen oder verleihen. Außerdem startete das Unternehmen Robinhood Earn. Damit können US-Nutzer den Dollar-Stablecoin USDG zu rund 7 Prozent Zinsen verleihen.
Johann Kerbrat, Krypto-Chef von Robinhood, sagte, dezentrale Finanzanwendungen eröffneten Möglichkeiten, die über klassische Finanzangebote hinausgingen. Bislang habe man dafür jedoch häufig technisches Vorwissen gebraucht.
Mit dem Netzwerk betritt Robinhood ein Feld, das bislang von Base, der Blockchain des Konkurrenten Coinbase, geprägt wird. Zugleich expandiert die Plattform deutlich. Kanada ist gerade hinzugekommen, Großbritannien und Singapur sollen demnächst folgen.
Robinhood ist nicht der einzige Akteur aus der klassischen Finanzwelt, der diesen Weg einschlägt. Die US-Großbank JPMorgan betreibt mit Kinexys bereits eine eigene Blockchain-Plattform. Institutionelle Kunden können darüber tokenisierte Wertpapiere übertragen.
Auch die Deutsche Bank arbeitet an einem eigenen Layer-2-Netzwerk auf Ethereum, das auf ZKsync-Technologie basiert. Das Projekt Dama 2 ist vollständig auf die strengen regulatorischen Anforderungen zugeschnitten, die Banken erfüllen müssen.
Die Meldung kommt in einer schwierigen Phase. Im vergangenen Monat hatte Robinhood nach rückläufigen Krypto-Einnahmen infolge schwacher Kurse noch 10 Prozent seiner Belegschaft gestrichen, rund 290 Stellen.
Die HOOD-Aktie schloss am Mittwoch mehr als 8 Prozent höher bei 108,65 Dollar, liegt damit aber weiterhin knapp 30 Prozent unter ihrem Rekordhoch.
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