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Robinhood streicht rund zehn Prozent seiner Belegschaft. Der beliebte US-amerikanische Online-Broker will seine Organisation effizienter aufstellen und auf künftiges Wachstum vorbereiten. Bemerkenswert ist, dass diese Maßnahme erfolgt, obwohl das Unternehmen eigenen Angaben zufolge finanziell stark dasteht. Gleichzeitig verzeichnete Robinhood jedoch einen deutlichen Rückgang der Einnahmen aus dem Kryptohandel, einer wichtigen Einnahmequelle für die Plattform.
CEO Vlad Tenev gab die Entlassungsrunde in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter bekannt. Seiner Meinung nach muss Robinhood schneller agieren können und sich von unnötigen Managementebenen trennen.
„Wir können uns nicht länger eine Organisation mit zu vielen Hierarchieebenen leisten“, schrieb Tenev. „Unsere Leistung ist stark, aber unsere Ambitionen erfordern, dass wir uns kontinuierlich verbessern.“
Die Ankündigung folgt kurz nach enttäuschenden Zahlen aus der Krypto-Sparte des Unternehmens. Die Einnahmen aus Kryptotransaktionen sanken um 34 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Erlöse fielen von 221 Millionen Dollar auf 134 Millionen Dollar.
Damit wird erneut deutlich, wie wichtig der Kryptomarkt für Robinhood bleibt. Weniger Handelsaktivität unter Anlegern hat unmittelbare Auswirkungen auf den Umsatz des Unternehmens.
Laut Tenev sind die Entlassungen jedoch nicht auf finanzielle Probleme zurückzuführen.
„Robinhood war noch nie so stark“, so der CEO.
Die Umstrukturierung wird Robinhood voraussichtlich etwa 28 Millionen Dollar kosten. Diese Summe umfasst Abfindungen, zusätzliche Arbeitsbedingungen und Aktienkompensation für ausscheidende Mitarbeiter.
Trotz des Rückgangs der Krypto-Einnahmen verweist Robinhood auf starke Leistungen in anderen Bereichen des Unternehmens. Laut dem Broker erreichten die durchschnittlichen täglichen Handelsvolumina in Aktien, Optionen und Prognosemärkten in diesem Monat sogar Rekordniveaus.
Für Krypto-Investoren ist vor allem interessant, welche Auswirkungen dies auf die Blockchain-Ambitionen von Robinhood hat. Das Unternehmen arbeitet derzeit an tokenisierten Aktien für europäische Nutzer. Dabei werden traditionelle Aktien digital handelbar gemacht mittels Blockchain-Technologie.
Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen die Robinhood Chain, ein eigenes Blockchain-Netzwerk, das auf Ethereum-Technologie basiert. Bisher hat Robinhood keine Details über mögliche Verzögerungen oder Änderungen bei diesen Projekten bekannt gegeben.
Robinhood ist nicht allein. Verschiedene Unternehmen innerhalb der Kryptobranche haben in letzter Zeit Personal abgebaut, bedingt durch die zurückgegangene Aktivität auf dem Markt für digitale Vermögenswerte.
So baute Crypto.com zuvor rund 280 Stellen ab, was zwölf Prozent der Belegschaft entspricht. Das Unternehmen gab an, stärker in KI-Technologie investieren zu wollen. Auch das von Jack Dorsey gegründete Fintech-Unternehmen Block kündigte zuvor eine Entlassungsrunde an, bei der mehr als 4.000 Stellen gestrichen wurden.
Anleger reagierten verhalten auf die Nachricht. Die Robinhood-Aktie fiel am Dienstag um etwa ein Prozent auf rund 97 Dollar. Das liegt deutlich unter dem Rekordkurs von 153 Dollar, der im letzten Jahr während des starken Aufschwungs der Kryptomärkte erreicht wurde.
Aus früheren Dokumenten, die Robinhood bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht hat, geht hervor, dass das Unternehmen Ende 2025 etwa 2.900 Vollzeitmitarbeiter beschäftigte. Mit der aktuellen Entlassungsrunde fallen schätzungsweise fast 300 Arbeitsplätze weg.
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