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Swift und IBM gehen einen wichtigen Schritt, um Blockchaintechnologie in den internationalen Zahlungsverkehr zu integrieren. Banken können die neue Blockchaininfrastruktur von Swift künftig an ihre bestehenden Systeme anbinden, während IBM die Verwaltung digitaler Vermögenswerte in der eigenen gesicherten Umgebung ermöglicht.
Das Interesse ist groß. 17 Großbanken auf sechs Kontinenten bereiten sich bereits auf Transaktionen mit tokenisierten Einlagen vor.
Swift arbeitet an einem digitalen Hauptbuch, mit dem Banken internationale Zahlungen rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche abwickeln können.
Entscheidend ist, dass Banken dafür ihre bestehenden Zahlungssysteme nicht ersetzen müssen. Das Hauptbuch bildet eine zusätzliche technologische Ebene, die Transaktionen zwischen Banken koordiniert, während die eigentliche Abwicklung weiter über bestehende Systeme laufen kann.
Die Banken bleiben dabei selbst für ihr Geld und ihre digitalen Schlüssel verantwortlich. Auch bestehende Verfahren für Kontrollen und Regulierung können beibehalten werden.
Das Hauptbuch basiert auf Hyperledger Besu und ist mit der Ethereum Virtual Machine (EVM) kompatibel. Damit kann es Technologien nutzen, die auch bei Ethereum und anderen kompatiblen Blockchainnetzwerken zum Einsatz kommen.
Mehr als 40 Finanzinstitute waren an der Entwicklung des neuen Swift-Systems beteiligt. Inzwischen bereitet sich eine erste Gruppe von 17 Banken auf Transaktionen mit tokenisierten Einlagen vor.
Dazu zählen große Namen wie BNP Paribas, Citi, HSBC, Standard Chartered, UBS und Wells Fargo.
Tokenisierte Einlagen sind gewöhnliche Bankguthaben, die digital auf einer Blockchain abgebildet werden. Das Geld bleibt bei der Bank, kann aber über die neue Infrastruktur übertragen werden. Swift will damit internationale Zahlungen ermöglichen, die auch außerhalb klassischer Bankzeiten verarbeitet werden können.
IBM unterstützt unterdessen die Anbindung der Blockchaininfrastruktur an bestehende Zahlungssysteme. Dafür kommt ISO 20022 zum Einsatz, der internationale Standard für den Austausch von Zahlungsinformationen zwischen Banken.
IBM baut zugleich seine eigene Infrastruktur für digitale Vermögenswerte aus. Eine Betaversion von Digital Asset Haven kann direkt in den Rechenzentren von Finanzinstituten betrieben werden.
Das ist vor allem für Banken relevant, die sensible Daten und digitale Schlüssel nicht in einer öffentlichen Cloud speichern wollen. Das System kann unter anderem für Stablecoins und tokenisierte Einlagen genutzt werden.
Digital Asset Haven unterstützt die Verwaltung von Wallets und digitalen Schlüsseln und ermöglicht es, Transaktionen nach vorab festgelegten Regeln freizugeben. Zudem unterstützt IBM Cold Storage, bei dem wichtige Schlüssel außerhalb einer Online-Umgebung aufbewahrt werden können.
Die Plattform unterstützt mehr als 40 öffentliche und private Blockchains.
Die Entwicklungen bei Swift und IBM zeigen, dass Blockchaintechnologie immer näher an die bestehende Finanzinfrastruktur heranrückt. Banken müssen dafür ihre heutigen Systeme nicht sofort ersetzen, sondern können Blockchain als zusätzliche Ebene integrieren.
Mehr Klarheit über die weitere Einführung des Swift-Hauptbuchs wird auf der Sibos 2026 erwartet, die vom 28. September bis zum 1. Oktober stattfindet. Swift will dort weitere Details zu neuen Anwendungen und zum weiteren Ausbau seiner Blockchaininfrastruktur bekanntgeben.
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