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Der amerikanische Clarity Act, der der US-Kryptobranche erstmals einen klaren Rechtsrahmen geben soll, steht vor einer entscheidenden Woche. Da der US-Senat am Montag aus der Sitzungspause zurückkehrt und die Frist am 7. August näher rückt, rechnen Analysten bald mit mehr Klarheit über die Zukunft des Gesetzes. Zugleich stehen neue Inflationsdaten und Reden von Vertretern der US-Notenbank auf der Agenda.
Der Clarity Act soll die jahrelange Unsicherheit über die US-Kryptoregulierung beenden. Der Gesetzentwurf teilt die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) auf. Kryptounternehmen sollen damit endlich wissen, welche Behörde zuständig ist und welche Regeln für sie gelten.
An den Verhandlungen beteiligte Kreise gehen davon aus, dass in dieser Woche eine überarbeitete Fassung des Gesetzentwurfs veröffentlicht wird. Mit den Änderungen wollen die Initiatoren genügend demokratische Senatoren für das Gesetz gewinnen.
Auch makroökonomisch dürfte es eine wichtige Woche werden. Am Dienstag veröffentlicht das US Bureau of Labor Statistics den Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni. Am Mittwoch folgt der Erzeugerpreisindex (PPI). Beide Daten können die Erwartungen an die Zinspolitik der Federal Reserve beeinflussen.
Der Clarity Act wurde im Juli 2025 bereits mit breiter Mehrheit vom Repräsentantenhaus verabschiedet und erhielt im Mai auch die Zustimmung des Bankenausschusses des Senats. Seitdem wartet der Gesetzentwurf jedoch auf die Behandlung im Plenum des Senats.
Die Republikaner wollen das Gesetz noch vor der Sommerpause am 7. August verabschieden. Das wird jedoch durch Einwände demokratischer Senatoren erschwert, darunter Ruben Gallego und Cory Booker. Sie fordern strengere Regeln zur Vermeidung von Interessenkonflikten, auch wegen der umfangreichen Kryptoaktivitäten von Präsident Donald Trump und seiner Familie.
Zudem liegen die Parteien bei der Behandlung von Stablecoins weiterhin auseinander. Vor allem Section 604, die regelt, ob Kryptoplattformen Renditen auf Stablecoins anbieten dürfen, bleibt ein zentraler Streitpunkt.
Der Zeitdruck nimmt derweil zu. Trump hatte zuvor gehofft, dass das Gesetz bereits vor dem 4. Juli verabschiedet würde. Inzwischen beziffern Analysten die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act noch in diesem Jahr gebilligt wird, auf etwa 50 Prozent.
Für die US-Kryptobranche steht viel auf dem Spiel. Verabschiedet der Senat das Gesetz vor der Sommerpause, erhält die Branche erstmals einen landesweiten Regulierungsrahmen. Gelingt das nicht, droht sich die Behandlung erneut um Monate zu verzögern. Die Unsicherheit für Kryptounternehmen bliebe damit vorerst bestehen.
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