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Der Bitcoin-Kurs hat eine der turbulentesten Wochen der letzten Monate hinter sich. Die größte Kryptowährung der Welt fiel erstmals seit den US-Wahlen im November 2024 unter die Marke von 60.000 Dollar, konnte sich jedoch auf etwa 63.500 Dollar erholen. Damit bleibt Bitcoin (BTC) fast 50 Prozent unter seinem Rekordhoch von etwa 126.000 Dollar aus Oktober 2025.
Bemerkenswerterweise kam die Wende nicht aus dem Kryptosektor selbst. Geopolitische Entwicklungen rund um Iran und eine verbesserte Stimmung auf den Finanzmärkten führten dazu, dass Anleger wieder bereit waren, Risiken einzugehen. Dadurch konnte sich der Bitcoin-Kurs von einem Niveau erholen, das einige Bewertungsmodelle normalerweise nur während Bärenmarkt-Tiefs erwarten.
Ein wesentlicher Treiber des Kursrückgangs war Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor und der größte institutionelle Bitcoin-Halter. Am 1. Juni gab Strategy bekannt, dass es zwischen dem 26. und 31. Mai 32 Bitcoin verkauft hatte, um Dividenden auf seine STRC-Vorzugsaktien auszuschütten, was rund 2,5 Millionen Dollar einbrachte.
Dieser Verkauf war im Vergleich zu den rund 845.000 BTC, die das Unternehmen hält, verschwindend gering und macht etwa 4 Prozent des gesamten Bitcoin-Bestands aus. Doch Saylor hatte jahrelang das Motto „nie Bitcoin verkaufen“ zum Markenzeichen von Strategy gemacht. Als das Unternehmen dann auch nur 32 Coins verkaufte, sahen Händler das weniger als einen buchhalterischen Vorgang, sondern mehr als eine Verhaltensänderung.
In derselben Woche verkaufte Strategy auch etwa 800.000 Aktien für 128 Millionen Dollar über sein laufendes Emissionsprogramm. Wenn der Bitcoin-Verkauf belanglos war, fragten sich Händler, warum er dann überhaupt nötig war. Eine mögliche Antwort könnte im S&P 500 liegen. Strategy erfüllte im September 2025 die technischen Voraussetzungen für eine Aufnahme in den Index, wurde jedoch übergangen.
Einige Marktexperten meinen, dass die Weigerung, Bitcoin zu verkaufen, das Unternehmen mehr wie ein Investmentvehikel als wie ein Treasury-Unternehmen erscheinen ließ, was die Chancen auf eine Aufnahme schmälern könnte. Durch den kleinen Verkauf könnte Strategy zeigen, dass es Bitcoin als Unternehmensreserve nutzen kann und nicht nur endlos halten will.
Der Verkauf von Strategy erfolgte in einer Zeit, in der das Marktumfeld ohnehin fragil war. Die Spannungen zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten trieben den Ölpreis in die Höhe und nährten die Befürchtung, dass Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten müssen.
Dadurch gerieten Technologieaktien unter Druck und auch der Bitcoin-Kurs erlitt einen Rückschlag. Erneut zeigte sich, dass sich BTC in geopolitisch unsicheren Zeiten oft wie eine Risikoanlage verhält, vergleichbar mit Tech-Titeln, anstatt als unabhängiger sicherer Hafen.
Das Sentiment drehte jedoch, als Berichte über eine Annäherung zwischen Iran und den USA auftauchten. Sowohl der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif als auch der iranische Außenminister Abbas Araghchi sprachen von einem Abkommen, das „näher denn je“ sei. Auch Präsident Donald Trump deutete an, dass eine Vereinbarung bereits an diesem Wochenende unterzeichnet werden könnte.
Die nachlassenden Befürchtungen über eine weitere Eskalation drückten den Ölpreis zurück in Richtung 85 Dollar pro Barrel. Gleichzeitig kehrte die Ruhe auf den Finanzmärkten zurück. Auch der erfolgreiche Börsengang von SpaceX gab Anlegern zusätzlichen Grund, wieder Risiken einzugehen.
Nicht nur Bitcoin erholte sich. Auch der breitere Kryptomarkt zog an.
Ethereum (ETH) stieg in dieser Woche um 6,4 Prozent auf 1.663 Dollar. Solana (SOL) legte um 9,5 Prozent zu und erreichte fast 67 Dollar. Auch BNB, Dogecoin (DOGE) und XRP schlossen die Woche deutlich höher.
Analysten warnen jedoch, dass eine nachhaltige Trendwende noch nicht bestätigt ist. Dafür müssen die Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs stabilisieren und große institutionelle Käufer wieder auf den Markt zurückkehren.
Die vergangene Woche zeigte vor allem, dass unterhalb von 60.000 Dollar nach wie vor eine starke Kaufbereitschaft vorhanden ist. Die Frage ist nun, ob dies ausreicht, um den nächsten großen Kursanstieg von Bitcoin einzuleiten.
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