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Strategy hat seit sieben Wochen keine Bitcoins mehr gekauft. Das Unternehmen von Michael Saylor verkaufte sogar Coins im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar und stärkt damit seine Liquiditätsreserve.
2020 gehörte Strategy zu den Vorreitern, als das Unternehmen seine Bilanz mit Bitcoin gegen Inflation absicherte. Nun hält es bewusst mehr Dollar vor. Die Strategie verändert sich – nur anders, als man zunächst vermuten könnte.
Strategy hatte sich in den vergangenen Jahren vor allem auf ein Ziel konzentriert: den Kauf von Bitcoins. Nun erlebt der größte Bitcoin-Halter unter den Unternehmen jedoch die längste Phase ohne Zukäufe seit Ende 2024.
Zuletzt arbeitete Strategy vor allem daran, seine Dollarreserven auszubauen. Sie stiegen von 1,15 Milliarden Dollar auf 4,65 Milliarden Dollar.
Damit kann das Unternehmen seine Dividenden- und Zinsverpflichtungen für rund 2,7 Jahre decken; zuvor reichte die Reserve für weniger als ein Jahr. Gestern wurde die Kassenposition noch um mehr als 600 Millionen Dollar erhöht.
Um Mittel freizusetzen, gab Strategy vor allem Stammaktien (MSTR) aus. Zudem verkaufte das Unternehmen Bitcoin im Wert von 432 Millionen Dollar.
Umgerechnet muss Strategy jährlich rund 1,75 Milliarden Dollar an die Inhaber seiner Schuldpapiere und Vorzugsaktien zahlen.
CEO Phong Le war zunächst davon ausgegangen, dass Investoren den großen Bitcoin-Bestand ähnlich wie Barmittel bewerten würden. Bitcoin ist liquide und über Jahre stark im Wert gestiegen.
Kurzfristig orientierte Anleger sehen das jedoch anders. Le zufolge messen sie Barmitteln schlicht einen höheren Wert bei.
Damit wird deutlich: Strategy will nicht mehr nur Bitcoin kaufen und halten, sondern ein Geschäft mit digitalen Kreditprodukten aufbauen und dafür die eigene Bilanz aktiver einsetzen. Das Unternehmen galt lange als eine Art Hebel auf den Bitcoin-Kurs. Le spricht inzwischen jedoch von dem Ziel, zur „JPMorgan der digitalen Finanzwelt“ zu werden.
Produkte wie STRC, das sich binnen kurzer Zeit zur wichtigsten Triebfeder der Bitcoin-Strategie entwickelt hat, richten sich an Anleger, die eine Rendite mit Bitcoin-Bezug suchen, aber starke Kursschwankungen vermeiden wollen.
STRC wurde als stabile Anlage auf den Markt gebracht und bietet derzeit eine Dividende von 12 Prozent. Im Juni fiel der Kurs um mehr als 27 Prozent. Seitdem steht Bitcoin selbst bei Strategy vorübergehend nicht mehr im Mittelpunkt.
Le räumte ein, dass er möglicherweise lieber Bitcoin halten würde. Gut funktionierende Vorzugsprodukte stützten seiner Ansicht nach am Ende jedoch die MSTR-Aktie und damit auch die Bitcoin-Strategie.
Strategy besitzt inzwischen rund 840.000 Bitcoins, etwa 4 Prozent aller 21 Millionen Coins, die jemals existieren werden. Le macht keinen Hehl aus der Bedeutung, die damit verbunden ist.
„Wir sind inzwischen der Maßstab. Wir sind die Zentralbank von Bitcoin“, sagte er.
Er verglich die Ambitionen von Strategy mit dem iPhone von Apple. Le schwebt ein Umfeld vor, in dem andere Unternehmen eigene Finanzprodukte auf Basis der Strategy-Produkte entwickeln.
Das frühere Softwaregeschäft läuft unterdessen weiter, mit einem Umsatzplus von 7 Prozent im Jahresvergleich und 54 Prozent Wachstum bei Cloud-Diensten. Bitcoin ist aber seit Längerem der Kern des Unternehmens. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn es angesichts der längeren Kaufpause derzeit anders wirken mag.
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