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Die Debatte über neue Kryptoregelungen in den USA zieht sich seit Monaten im Senat hin. Während die Politik weiterhin über den sogenannten CLARITY Act verhandelt, wächst der Druck aus dem Finanzsektor auf klare Richtlinien. Laut einem ehemaligen Vorsitzenden geht es um mehr als nur neue Regeln. Ohne Klarheit verpassen amerikanische Banken Innovationschancen.
Chris Giancarlo, ehemaliger Vorsitzender der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC), betont, dass vor allem Banken auf klare Regeln angewiesen sind, bevor sie im großen Stil in Krypto investieren. In einem Gespräch mit dem Podcaster Scott Melker erklärte er, dass die Kryptobranche selbst weniger unter der Unsicherheit leidet.
„Die Banken können sich keine Unsicherheiten bei den Regulierungen leisten“, so Giancarlo. „Ihre Juristen sagen den Vorstandsetagen: Man kann keine Milliarden in solche Technologien investieren ohne klare Regeln. Die Banken brauchen das dringender als die Kryptoindustrie.“
Der CLARITY Act soll festlegen, wie Krypto in den USA reguliert wird und welche Aufsichtsbehörde für verschiedene Teile des Marktes zuständig ist. Der Gesetzentwurf wurde bereits im Juli 2025 vom Repräsentantenhaus verabschiedet, aber liegt seitdem im Senat auf Eis.
Analysten von JPMorgan zufolge könnte der CLARITY Act sogar eine bedeutende Katalysatorwirkung für den Kryptomarkt entfalten und noch in diesem Jahr mehr institutionelles Kapital in die Branche ziehen, was eine breitere Markterholung begünstigen könnte.
Ein zentraler Streitpunkt ist, ob Stablecoins Zinsen an Nutzer auszahlen dürfen. Banken, Kryptounternehmen und Politiker sind sich darüber noch uneinig.
Giancarlo warnt, dass die Verzögerung Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Banken haben könnte. Er erwartet, dass Länder in Asien und Europa schneller auf neue digitale Zahlungssysteme umstellen werden. Die digitale Zahlungsinfrastruktur wird seiner Meinung nach so oder so entstehen.
Sollte der CLARITY Act letztlich nicht verabschiedet werden, rechnet Giancarlo damit, dass US-Aufsichtsbehörden selbst Regelungen erlassen werden. Er schätzt, dass Führungskräfte der SEC und CFTC, wie Paul Atkins und Mike Selig, vorübergehende Richtlinien einführen könnten.
„Sie könnten Regeln erstellen, die eine vorläufige Funktionsweise ermöglichen“, erklärte Giancarlo. „Aber ohne Gesetzgebung bietet das nicht die Sicherheit, die die Branche sucht.“
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