Vitalik Buterin, Mitgründer von Ethereum, hat öffentlich seine Unterstützung für Roman Storm, einen Entwickler des Kryptodienstes Tornado Cash, bekundet, der im vergangenen Jahr in den USA teilweise verurteilt wurde. Laut Buterin sollte der Bau von Datenschutzsoftware nicht kriminalisiert werden, selbst wenn diese Software von anderen missbraucht wird.

Tornado Cash als rechtliches Präzedenzfall

Buterin schreibt unter anderem, dass Technologien zum Schutz der Privatsphäre „ein grundlegendes Menschenrecht“ seien. Er gibt außerdem an, selbst Software genutzt zu haben, die von Storm entwickelt wurde. „Wenn jemand Informationen über dich hat, kann er diese nutzen, um dir zu schaden – sei es sozial, kommerziell oder sogar physisch“, erklärt Buterin. „Selbst bestimmen zu können, mit wem man Informationen über sein Leben, seine Finanzen und seine Bewegungen teilt, ist ein notwendiger Schutz.“

Tornado Cash ist ein sogenannter ‚Mixer‘, ein Dienst, der die Spur von Kryptotransaktionen verschleiert. Der Dienst geriet 2022 in die Kritik, nachdem die US-Regierung erklärte, dass Kriminelle, darunter die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus, die Plattform genutzt hätten, um gestohlene Kryptowährungen zu waschen. Das US-Finanzministerium setzte Tornado Cash daraufhin auf eine Sanktionsliste.

Laut Blockchain-Analyseunternehmen flossen Milliarden Dollar durch den Dienst, darunter Gelder aus großen Hacks. Die Sanktionen gegen Tornado Cash wurden 2025 wieder aufgehoben, aber die Strafverfahren gegen die Entwickler liefen weiter.

Storm wurde 2023 wegen unter anderem Geldwäsche und dem Betrieb eines nicht lizenzierten Zahlungsdienstes angeklagt. Eine Jury in New York verurteilte ihn im letzten Jahr nur für diesen letzten Punkt. Bei den anderen Anklagen gab es kein einstimmiges Urteil. Storm wartet noch auf seine endgültige Strafe und riskiert maximal fünf Jahre Haft.

Open Source unter Druck

Der Fall Storm wird weltweit als wichtiges Präzedenz für Open-Source-Entwickler betrachtet. Die zentrale Frage: Inwieweit kann ein Programmierer strafrechtlich für die Nutzung seiner Software durch Dritte verantwortlich gemacht werden?

Buterin warnt, dass eine zu weite Auslegung gravierende Konsequenzen haben könnte. Seiner Ansicht nach ist die Vorstellung, dass Regierungen immer vollständigen Einblick in die Daten aller haben sollten, gefährlich. „Behördliche Datenbanken werden gehackt und Daten landen über kommerzielle Anbieter oft dennoch bei Kriminellen“, betont er.

Breitere Debatte über Datenschutz

Ein weiterer Tornado Cash-Entwickler, Alexey Pertsev, wurde in den Niederlanden verurteilt und später unter Auflagen freigelassen, bis sein Berufungsverfahren abgeschlossen ist. Die Ethereum Foundation stellte bereits zuvor Mittel für seine rechtliche Verteidigung bereit.

Mit seiner Unterstützungserklärung verschärft Buterin die Diskussion über digitale Privatsphäre erneut. Seiner Meinung nach steht mehr auf dem Spiel als nur ein Rechtsfall: „Wir wollen, dass Grundrechte, die einst selbstverständlich waren, auch in der digitalen Zukunft bewahrt bleiben.“

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