Die PCE-Inflation, das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve, bleibt hartnäckig hoch. Die gerade veröffentlichten Januar-Daten zeigen, dass der PCE-Index monatlich um 0,3 % gestiegen ist, was den Erwartungen entspricht. Auf Jahresbasis lag die Zahl bei 2,8 %, etwas niedriger als die erwarteten 2,9 %.
Der Kern-PCE, der Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg um 0,4 % im Monatsvergleich und um 3,1 % im Jahresvergleich. Beide Werte entsprachen den Erwartungen, liegen jedoch deutlich über dem Fed-Ziel von 2 %.
Wirtschaftswachstum bleibt deutlich hinter Erwartungen zurück
Zusammen mit den PCE-Daten wurde auch die Revision des US-BIP für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht. Die Wirtschaft wuchs im vierten Quartal nur um 0,7 %. Das ist deutlich niedriger als die ursprüngliche Schätzung von 1,4 %. Diese Zahl zeigt das Tempo, wenn man das ganze Jahr so weitermachen würde (annualisiert, Quartal auf Quartal).
Ökonomen hatten mit 1,5 % gerechnet. Nach einem Wachstum von 4,4 % im dritten Quartal ist das eine bemerkenswerte Verlangsamung. Die Kombination aus anhaltend hoher Inflation und enttäuschendem Wachstum schürt die Angst vor Stagflation, einem Szenario, in dem die Wirtschaft schrumpft, während die Preise weiterhin steigen.
Zinssenkung vorerst nicht in Sicht
Der Markt zieht inzwischen klare Schlüsse aus den neuen Inflationszahlen. An den Terminmärkten wird fast vollständig damit gerechnet, dass die Federal Reserve die Zinsen bei der nächsten Sitzung unverändert lässt. Damit scheint eine schnelle Zinssenkung vorerst nicht in Sicht.
Dieses Bild hat sich in kurzer Zeit stark gewandelt. Während Anleger vor wenigen Wochen noch auf einen ersten Schritt im Sommer hofften, wird nun erwartet, dass die Fed länger abwartet. Die Unruhen rund um den Iran und die stark gestiegenen Ölpreise haben diesen Umschwung verstärkt.
Gleichzeitig macht das die Lage besonders heikel, da die aktuellen PCE-Zahlen noch eine Periode vor diesem neuen Energieschock betreffen. Der Inflationsdruck durch höhere Ölpreise ist also möglicherweise noch nicht vollständig sichtbar.
Welche Auswirkungen hat das auf Bitcoin und Aktien?
Für den Aktienmarkt sieht es düster aus. Höhere Inflation kombiniert mit niedrigerem Wachstum und einer Fed, die nicht eingreifen kann, ist das Schlechteste aus beiden Welten. Der S&P 500 liegt inzwischen mehr als 10 % unter dem Januar-Hoch.
Für Bitcoin (BTC) ist das Bild gemischt. Einerseits macht das Ausbleiben von Zinssenkungen risikoreiche Anlagen weniger attraktiv. Andererseits positioniert sich Bitcoin zunehmend als Alternative in Zeiten monetärer Unsicherheit. Der Kurs hielt sich diese Woche trotz der Marktchaos über 70.000 $.
Der echte Test kommt mit den PCE-Daten für Februar und März, wenn die Auswirkungen der Ölpreiszunahme sichtbar werden. Analysten von RSM erwarten, dass die Gesamtinflation im März um mindestens 0,6 % steigt, wovon 0,4 % direkt auf höhere Energiepreise zurückzuführen sind. Sollte das eintreten, wird es für die Fed nahezu unmöglich, in diesem Jahr noch zu senken.
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