Der CEO der südkoreanischen Kryptobörse Bithumb ist wegen des Verdachts der Bestechung angeklagt worden. Laut Polizei soll Lee Jae-won in eine Vereinbarung verwickelt gewesen sein, bei der ein Parlamentsmitglied dem Unternehmen politische Unterstützung gewährte, nachdem dessen Sohn dort eine Anstellung erhalten hatte. Der Fall erhöht den Druck auf Bithumb, das bereits unter der Aufsicht südkoreanischer Behörden steht.

Politiker soll Job für Sohn vermittelt haben

Laut lokalen Medien dreht sich die Untersuchung um das Parlamentsmitglied Kim Byung-ki, einen unabhängigen Politiker, der dem Ausschuss für politische Angelegenheiten angehörte. Dieser Ausschuss spielt eine wichtige Rolle bei der Überwachung der Finanzgesetze und -vorschriften in Südkorea.

Ermittler behaupten, dass Kim bei einem Treffen mit Lee im November 2024 gefragt habe, ob sein zweiter Sohn bei Bithumb eingestellt werden könne. Einige Monate später, im Januar 2025, trat der Sohn tatsächlich in die Kryptobörse ein. Er soll dort etwa sechs Monate gearbeitet haben.

Die Polizei untersucht nun, ob Kim anschließend seinen politischen Einfluss genutzt hat, um Bithumb zu begünstigen. So soll er in Ausschusssitzungen wiederholt Kritik an Dunamu, dem Mutterunternehmen der Kryptobörse Upbit und direktem Konkurrenten von Bithumb, geübt haben.

Polizei durchsucht die Zentrale

Die Untersuchung hat mittlerweile zu mehreren Hausdurchsuchungen geführt. So durchsuchte die Polizei von Seoul die Zentrale von Bithumb am 24. Februar und erneut am 8. Juni, um Beweise zu sammeln.

Der mutmaßliche Bestechungsfall ist Teil einer umfassenderen Korruptionsuntersuchung gegen Kim. Der Politiker wird mit dreizehn verschiedenen Verdachtsfällen in Verbindung gebracht, darunter mögliche Interessenkonflikte und Bestechung im Zusammenhang mit Stellenbesetzungen. Laut lokalen Berichten wurde er bereits mehrfach von der Polizei verhört.

Bithumb erhielt bereits eine Millionenstrafe

Die neuen Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Bithumb bereits mit anderen rechtlichen und regulatorischen Problemen konfrontiert ist. Im März verhängten die südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörden eine Strafe von 24,5 Millionen Dollar gegen die Kryptobörse. Laut den Behörden hat Bithumb bei der Einhaltung der Anti-Geldwäsche-Vorschriften und der Kundenidentifikationsverfahren versagt.

Zusätzlich wurde die Plattform für sechs Monate teilweise gesperrt. Diese Maßnahme wurde Ende April vorläufig ausgesetzt, nachdem Bithumb erfolgreich Einspruch vor Gericht eingelegt hatte.

Bithumb gehört zu den größten Kryptobörsen Südkoreas. Laut CoinGecko verarbeitete die Handelsplattform in den letzten 24 Stunden Transaktionen im Wert von etwa 441 Millionen Dollar. Damit bleibt sie ein wichtiger Konkurrent des Marktführers Upbit.

Vertrauen in die Branche erfährt einen erneuten Rückschlag

Der Fall reiht sich in eine Serie von Korruptions- und Betrugsfällen ein, die die südkoreanische Kryptobranche in den letzten Jahren erschüttert haben. So wurde kürzlich ein Polizeibeamter zu sechs Jahren Haft verurteilt, da er während einer Untersuchung von Kryptobetrug Bestechungsgelder angenommen hatte. Solche Fälle haben zu strengeren Kontrollen und zunehmender politischer Aufmerksamkeit für die Branche geführt.

Das Ergebnis der Untersuchung gegen Bithumb und das Parlamentsmitglied Kim könnte daher weitreichende Folgen haben. Und zwar nicht nur für die Beteiligten selbst, sondern auch für das Vertrauen der Anleger und Nutzer in den südkoreanischen Kryptomarkt.

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