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Der nigerianische Senat hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Regulierung von Kryptowährungen unternommen. Am 9. Juni 2026 stimmte die Mehrheit der Senatoren einem Gesetzesentwurf zu, der einen rechtlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte und Kryptounternehmen schaffen soll. Sollte das Gesetz schließlich verabschiedet werden, könnte dies eine große Veränderung für einen der größten Kryptomärkte Afrikas bedeuten.

Nigeria will klare Vorschriften für Krypto

Der Gesetzesentwurf wurde von Barau Jibrin, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Senats, eingebracht und erhielt breite Unterstützung im Parlament. Mit dem neuen Gesetz will Nigeria mehr Klarheit für im Kryptosektor tätige Unternehmen schaffen.

Der Entwurf sieht die Einführung verpflichtender Lizenzen für Kryptobörsen und Anbieter digitaler Vermögenswerte vor. Darüber hinaus werden strengere Anforderungen in den Bereichen Transparenz, Berichterstattung und Einhaltung finanzieller Vorschriften gestellt.

Mohammed Tahir Monguno, der Fraktionsvorsitzende des Senats, sagt, dass Nigeria anderen afrikanischen Ländern bei der Regulierung digitaler Finanzdienstleistungen hinterherhinkt. „Obwohl Nigeria eine der höchsten Raten bei der Krypto-Adoption auf dem Kontinent aufweist, hinkt es bei der Regulierung des digitalen Finanzökosystems mehreren afrikanischen Ländern hinterher”, so Monguno.

Einer der größten Kryptomärkte weltweit

Nigeria zählt seit Jahren zu den wichtigsten Kryptomärkten weltweit. Vor allem junge Menschen nutzen Kryptowährungen zum Sparen und Investieren sowie für internationale Zahlungen. Zudem bieten sie einen Schutz gegen die hohe Inflation und die schwache Landeswährung, den Naira.

Zahlen des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis zeigen, dass zwischen Juli 2024 und Juni 2025 Kryptowährungstransaktionen im Wert von rund 92,1 Milliarden Dollar in Nigeria abgewickelt wurden. Damit belegt das Land weltweit den sechsten Platz im Adoption Index 2025.

Die zunehmende Beliebtheit von Kryptowährungen hat den Druck auf die politischen Entscheidungsträger erhöht, klare Regeln aufzustellen. Zukünftige Regelungen werden voraussichtlich Lizenzen für Kryptounternehmen, Maßnahmen gegen Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus sowie einen besseren Verbraucherschutz umfassen.

Gesetzesvorschlag geht in die nächste Phase

Die Zustimmung des Senats bedeutet jedoch nicht, dass das Gesetz bereits in Kraft tritt. Der Vorschlag wurde an den Senatsausschuss für den Kapitalmarkt weitergeleitet, der in den nächsten vier Wochen weiter berät. Auch eine öffentliche Anhörung ist geplant.

Erst nachdem sowohl die Nationalversammlung als auch Präsident Bola Tinubu ihre Zustimmung gegeben haben, kann das Gesetz offiziell in Kraft treten. Sollte dies geschehen, könnte Nigeria sich einer wachsenden Zahl von Ländern anschließen, die klare Regelungen für digitale Vermögenswerte einführen.

Senat fokussiert sich auch auf den Textilsektor

Der Senat hat in derselben Sitzung nicht nur Aufmerksamkeit für Krypto gezeigt. Er verabschiedete auch einen separaten Antrag. Dieser soll der angeschlagenen Textilindustrie neues Leben einhauchen. Die Senatoren forderten die nationale Regierung auf, schnell Maßnahmen zu ergreifen, um den Sektor insbesondere in der Region Kaduna-Kano wiederzubeleben. Diese hatte in den letzten Jahren mit Fabrikschließungen, massivem Arbeitsplatzverlust und einem starken Anstieg billiger Importprodukte zu kämpfen.

Mit einer neuen Regulierung für Kryptowährungen und ehrgeizigen Plänen für die Industrie positioniert sich Nigeria zunehmend als einer der wichtigsten wirtschaftlichen Akteure Afrikas.

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