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Die Vereinigten Staaten nehmen Bitmain unter die Lupe, den chinesischen Hersteller, der weltweit als Marktführer für Bitcoin-Mining-Hardware gilt. Nach Informationen von Bloomberg befürchten US-Behörden, dass die Geräte des Unternehmens ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen könnten – etwa durch mögliche Schwachstellen, die sich für Spionage oder Sabotage ausnutzen lassen.
Die bundesweite Untersuchung mit dem internen Codenamen Operation Red Sunset wird vom US-Heimatschutzministerium geführt. Im Fokus stehen speziell die ASIC-Geräte von Bitmain, die in der Kryptomining-Branche eingesetzt werden. Die Ermittler wollen klären, ob sich diese Geräte aus der Ferne steuern lassen. Wäre das der Fall, könnten sich Angreifer Zugang zu Infrastruktur verschaffen, die für die Vereinigten Staaten von zentraler Bedeutung ist.
Die Untersuchung folgt auf bereits früher geäußerte Bedenken. Im Oktober 2024 geriet der chinesische Chiphersteller Xiamen Sophgo, der Verbindungen zu Bitmain hat, wegen möglicher Beziehungen zu Huawei ins Visier. Kurz darauf hielt der US-Zoll die Auslieferung von Tausenden Bitmain-Maschinen zurück. Erst Monate später wurden diese Geräte schrittweise freigegeben.
Die Auswirkungen der Untersuchung könnten erheblich sein, da Bitmain mehr als 80 Prozent des weltweiten Marktes für Bitcoin-Mining-Hardware kontrolliert. Gemeinsam mit dem ebenfalls chinesischen Hersteller MicroBT beherrschen die Unternehmen sogar 97 Prozent des Marktes. Das macht die US-Kryptominingbranche äußerst anfällig für geopolitische Spannungen.
Aufgrund dieser starken Abhängigkeit könnten neue Beschränkungen oder Lieferverzögerungen unmittelbare Folgen für US-Miner haben. Bereits Anfang dieses Jahres hatten mehrere börsennotierte Miningunternehmen mit Verzögerungen zu kämpfen, ausgelöst durch Handelskonflikte zwischen den USA und China.
Bitmain erklärte gegenüber Bloomberg, die Vorwürfe seien unbegründet. Das Unternehmen betont, seine Geräte ließen sich nicht aus der Ferne steuern und man halte sämtliche US-Gesetze und -Vorschriften vollständig ein. Zudem sei Bitmain nach eigenen Angaben nicht offiziell über die Untersuchung informiert worden.
Brisanz erhält der Fall durch American Bitcoin, ein Miningunternehmen, das von Familienmitgliedern von Präsident Donald Trump unterstützt wird und stark von Bitmain-Hardware abhängig ist. Im August übernahm das Unternehmen mehr als 16.000 Maschinen von Bitmain. Zudem sicherte es sich über die Übernahme von Hut 8 weitere mehr als 31.000 Bitmain-Einheiten.
Aus SEC-Unterlagen geht hervor, dass das Unternehmen von außergewöhnlich günstigen Zahlungsbedingungen profitiert – ein Punkt, der bei Analysten Fragen aufwirft.
Die US-Untersuchung könnte weitreichende Folgen für Kryptounternehmen haben, die im täglichen Betrieb stark auf Bitmain-Hardware angewiesen sind. Mögliche Importbeschränkungen, zusätzliche Kontrollen oder längere Wartezeiten könnten die Branche erneut massiv belasten.
Vorerst warten sowohl Unternehmen als auch Investoren auf Klarheit über die Ergebnisse von Operation Red Sunset, die den künftigen Kurs des Kryptominings in den Vereinigten Staaten entscheidend mitbestimmen könnte.
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