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Die USA haben erneut ein großes Krypto-Vermögen aus Iran eingefroren, genau in dem Moment, in dem die Waffenruhe zwischen beiden Ländern zerbrochen ist. Washington kappt Teherans finanziellen Spielraum, während Donald Trump darauf setzt, Iran unter maximalem Druck an den Verhandlungstisch zu zwingen.
US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte gestern auf der Social-Media-Plattform X, dass mehrere Wallets der iranischen Zentralbank auf die Sanktionsliste gesetzt wurden. Damit sind mehr als 130 Millionen Dollar, umgerechnet rund 114 Millionen Euro, blockiert.
Der Blockchain-Analyst Specter hatte die Maßnahme bereits am Dienstag beobachtet. Betroffen sind vier Adressen im Tron-Netzwerk mit 131 Millionen Dollar in USDT, dem größten Stablecoin der Welt.
Das Tron-Netzwerk ist offen und dezentral organisiert, USDT wird jedoch von Tether ausgegeben. Das Unternehmen erfasst, welche Adressen Coins halten, und kann diese Adressen mit einem einzigen Schritt einfrieren.
Bei Bitcoin (BTC) gibt es einen solchen Mechanismus nicht. Nur wer den Schlüssel zu einer Adresse besitzt, kann die Coins bewegen; Dritte können nicht eingreifen.
„Das US-Finanzministerium arbeitet daran, Irans illegale Finanzaktivitäten zu stören und zu zerschlagen, darunter auch den Missbrauch digitaler Vermögenswerte“, schrieb Bessent.
„Wir werden die Geldströme weiter konsequent verfolgen und dem iranischen Regime den Zugriff auf Erträge aus seinen illegalen Einnahmequellen verwehren.“
Die Maßnahme ist Teil der Operation Economic Fury, einer Finanzdruckkampagne, die das Ministerium im März 2025 aufgelegt hatte. Im April hatte Tether auf Ersuchen der USA bereits mehr als 344 Millionen Dollar in USDT eingefroren.
Im Mai erklärte Bessent, die USA hätten inzwischen rund 1 Milliarde Dollar an iranischen Kryptowerten beschlagnahmt. Nun kommen weitere 131 Millionen Dollar hinzu.
Zur Einordnung: Vor Beginn der Kampagne schleuste Iran nach Angaben Bessents monatlich 400 bis 500 Millionen Dollar über Kryptokanäle. Der Zugriff vom Dienstag entspricht damit ungefähr einer Woche iranischen Kryptoverkehrs.
Am 28. Februar griffen die Vereinigten Staaten und Israel Iran an, um das Nuklearprogramm und die Raketen auszuschalten. Der oberste Führer Ali Khamenei wurde getötet, Iran schlug gegen US-Stützpunkte und Israel zurück und blockierte die Straße von Hormus.
Nach gut fünf Wochen Kampfhandlungen kam am 8. April eine von Pakistan vermittelte Waffenruhe zustande. Trump und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian unterzeichneten am 17. Juni eine Übergangsvereinbarung, die sechzig Tage für die Ausarbeitung eines endgültigen Abkommens vorsah.
Die Waffenruhe wurde verlängert, Iran öffnete die Straße von Hormus und sagte zu, niemals eine Atomwaffe zu bauen. Die USA hoben ihre Seeblockade auf und erlaubten Iran wieder Ölexporte. Die eigentlichen Verhandlungen über Sanktionen und Uran standen jedoch noch aus.
Drei Wochen hielt die Vereinbarung. Am 8. Juli brach sie endgültig zusammen, nachdem Iran mehrere Handelsschiffe in der Meerenge getroffen haben soll. Die USA greifen Iran inzwischen seit vier Tagen in Folge an, Teheran schießt auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten zurück.
Am Montag setzte Trump die Seeblockade wieder in Kraft und informierte den Kongress formell über die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten. Er droht nun zudem mit einer weiteren Eskalation durch Angriffe auf Kraftwerke, sollte Iran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Der Ölmarkt hatte den Krieg bereits abgehakt. Der Preis war auf das Niveau von Februar zurückgefallen, und die US-Inflation sank im Juni dadurch auf 3,5 Prozent und lag damit deutlich unter den Erwartungen.
Durch die neuen Spannungen zieht der Ölpreis nun wieder an. Das macht sich an der Zapfsäule, im Transportsektor und am Ende auch in den Regalen bemerkbar. Anleger fürchten vor allem, dass die Zentralbank die Zinsen anhebt.
Durch die Straße von Hormus läuft normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports. Von Freitag bis Sonntag zählte der Schiffsdatendienst MarineTraffic 57 Passagen, gut die Hälfte weniger als eine Woche zuvor. Vor dem Krieg waren es rund 130 pro Tag.
Bitcoin und die meisten Altcoins geben nach, während der Konflikt zwischen Iran und den USA weiter eskaliert. Der aktuelle Überblick.
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