Präsident Donald Trump und seine Verbündeten erhöhen den Druck auf die US-Zentralbank (Federal Reserve). Nachdem zuvor bereits Vorsitzender Jerome Powell im Fokus stand, rückt diesmal die Fed-Gouverneurin Lisa Cook in den Mittelpunkt. Dies geschieht nach Beschuldigungen des Hypothekenbetrugs, die öffentlich von Bill Pulte, Direktor der Federal Housing Finance Agency, erhoben wurden.
Beschuldigungen und politischer Druck
Pulte, ein 37-jähriger Republikaner, schickte vergangene Woche einen Brief an Generalstaatsanwältin Pam Bondi, in dem er Cook beschuldigte, Bankunterlagen und Grundbuchdokumente gefälscht zu haben, um günstigere Hypothekenkonditionen zu erhalten. Dem Schreiben zufolge sollen sich die angeblichen Betrugsfälle auf Immobilien in Ann Arbor, Michigan, und Atlanta, Georgia, beziehen.
Präsident Trump hat genug gehört und unterstützte die Anschuldigungen am Mittwoch über Truth Social mit den Worten: “Cook muss jetzt zurücktreten!!!” Damit scheint der Präsident seine Kampagne gegen die Fed weiter zu intensivieren, nach früheren Forderungen nach Zinssenkungen und personellen Wechseln innerhalb der Zentralbank.
Spannungen innerhalb der Federal Reserve
Die Anschuldigungen gegen Cook, die eine der sieben Fed-Gouverneure ist, folgen kurz nach dem Rücktritt von Fed-Gouverneurin Adriana Kugler, die durch den Trump-Loyalisten Stephen Miran ersetzt wurde. Sollte der Druck zunehmen, könnte Cook das nächste Mitglied des Federal Open Market Committee (FOMC) sein, das ihr Amt verliert.
Cook stimmte kürzlich im Einklang mit Fed-Vorsitzendem Powell dafür, die Zinsen unverändert zu lassen. Nur Michelle Bowman und Christopher Waller wichen von dieser Mehrheit ab.
Lisa Cook hat eine lange akademische und politische Laufbahn. Sie promovierte in Volkswirtschaftslehre an der University of California, Berkeley, und war Professorin an der Michigan State University. Zuvor arbeitete sie als Senior-Ökonomin beim Council of Economic Advisers des Weißen Hauses unter der Obama-Regierung.
Die Anschuldigungen gegen Cook sind von offiziellen Stellen noch nicht bestätigt worden. Vorläufig bleibt sie Mitglied des FOMC, doch der politische Druck seitens der Trump-Regierung scheint weiter zuzunehmen.
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