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Donald Trump äußert erneut, dass ein Friedensabkommen mit Iran in wenigen Tagen abgeschlossen sein könnte. Auf den Finanzmärkten klingt das mittlerweile jedoch weniger überzeugend als zuvor. Diese Geschichte haben wir schließlich schon öfter gehört.
Gleichzeitig führen die USA, während Trump über Frieden spricht, erneut Angriffe auf Iran aus. Washington bezeichnet diese Angriffe als Selbstverteidigung, nachdem Teheran laut amerikanischer Darstellung einen Apache-Hubschrauber abgeschossen hatte.
Das amerikanische Central Command erklärte, die Angriffe auf Iran seien eine Reaktion auf den Abschuss eines amerikanischen Kampfhubschraubers gewesen. Trump hatte zuvor gesagt, dass der Hubschrauber über der Straße von Hormus patrouillierte, als er abgeschossen wurde.
Genau diese Region beobachten die Märkte seit Wochen mit Spannung. Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Engpässe für den globalen Ölhandel. Solange diese Route nicht normal funktioniert, bleibt der Druck auf Energiepreise, Inflationserwartungen und Zentralbanken bestehen.
Die Ölmarkt reagierte entsprechend nervös. Nach den amerikanischen Angriffen stiegen die Ölpreise erneut. WTI-Öl kletterte auf 89,79 Dollar pro Barrel, während Brent in Richtung 93,06 Dollar stieg.
Das sind keine extremen Panikbewegungen, aber sie zeigen, dass Anleger die geopolitische Risikoprämie nicht einfach aufgeben.
Auch die Aktienmärkte hatten Schwierigkeiten, eine Richtung zu wählen. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite fielen, insbesondere weil Chipaktien erneut unter Druck standen.
Das passt zum breiteren Bild der letzten Tage. Der Markt setzt sich noch immer mit den Folgen der KI-Korrektur auseinander. Technologie- und Chipaktien waren monatelang der Motor der Rally, sind nun jedoch anfälliger für höhere Zinsen, enttäuschende Erwartungen und geopolitische Unsicherheit geworden.
Neben Iran bleibt künstliche Intelligenz das zweite große Thema für Anleger. Anthropic kündigte Claude Fable 5 an, ein leistungsstarkes KI-Modell, das für Unternehmenskunden und zahlende Abonnenten verfügbar wird.
Die Ankündigung folgt zwei Monate nach der Veröffentlichung von Mythos KI, dessen Zugang zuvor eingeschränkt wurde, da Bedenken hinsichtlich möglicher Schäden bestehen, wenn das Modell in die falschen Hände gerät.
Damit bleibt das KI-Rennen in vollem Gange. Unternehmen bringen weiterhin neue Modelle auf den Markt, Anleger suchen nach Gewinnern, und der Markt versucht zu bestimmen, wie viel Wachstum bereits in den Kursen eingepreist ist.
Auch SpaceX bleibt im Rampenlicht. Das Unternehmen von Elon Musk will am Freitag mit einem Preis von 135 Dollar pro Aktie an die Börse gehen. Damit würde SpaceX mit etwa 1,77 Billionen Dollar bewertet.
Das macht den Börsengang zu einem enormen Test für die Risikobereitschaft an der Wall Street.
Wenn Anleger bereit sind, zu einer solchen Bewertung einzusteigen, zeigt das, dass der Hunger nach großen Technologie- und Infrastrukturgeschichten noch immer groß ist. Sollte die Nachfrage jedoch enttäuschen, könnte das den Eindruck verstärken, dass der Markt zu weit gegangen ist.
Alles scheint sich derzeit um künstliche Intelligenz zu drehen. Wer nicht mitzieht, verliert nach Ansicht des Kolumnisten den Anschluss.
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