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Tether hat in den letzten 30 Tagen mehr als 514 Millionen Dollar in USDT (USDT) auf den Blockchains von Tron und Ethereum (ETH) eingefroren. Das geht aus neuen Daten des USDT Freeze Trackers des Blockchain-Sicherheitsunternehmens BlockSec hervor. Die Zahlen unterstreichen die wachsende Rolle von Tether im Kampf gegen Betrug, Sanktionsvermeidung und andere Formen von Kryptokriminalität.

USDT ist der größte Stablecoin der Welt und ist an den Wert des US-Dollar gekoppelt. Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an eine traditionelle Währung gebunden ist, was sie für Zahlungen und als Wertaufbewahrungsmittel geeignet macht. Tether kann Wallets blockieren, wenn Adressen mit verdächtigen Aktivitäten oder laufenden Ermittlungen der Behörden in Verbindung gebracht werden.

Laut den Daten wurden insgesamt 370 Krypto-Adressen auf eine schwarze Liste gesetzt. Davon befanden sich 328 Adressen im Tron-Netzwerk und 42 auf Ethereum. Der Großteil der eingefrorenen Summe, etwa 505,9 Millionen Dollar, befand sich auf Tron. Auf Ethereum handelte es sich um circa 8,73 Millionen Dollar in USDT.

Tron führendes Netzwerk bei USDT-Einfrierungen

Die neuesten Zahlen zeigen, dass das Tron-Netzwerk immer häufiger im Mittelpunkt von Tethers Durchsetzungsmaßnahmen steht. Damit wächst auch die Aufmerksamkeit für den Einsatz von Stablecoins in internationalen Untersuchungen zu Geldwäsche, Betrug und Sanktionsvermeidung.

Aus früheren Analysen von BlockSec geht hervor, dass Tether bis 2025 bereits mehr als 4.163 Adressen auf Ethereum und Tron blockiert hat. Insgesamt wurden dabei rund 1,26 Milliarden Dollar in USDT eingefroren. Sollte das aktuelle Tempo anhalten, könnte Tether diese Summe im Laufe des Jahres deutlich überschreiten.

Eingefrorene USDT meist dauerhaft aus dem Umlauf entfernt

Ein bemerkenswertes Detail ist, dass ein Großteil der eingefrorenen Stablecoins letztlich vollständig aus dem Umlauf genommen wird. Mehr als die Hälfte der im Jahr 2025 blockierten USDT, rund 698 Millionen Dollar, wurden später über die sogenannte destroyBlackFunds-Funktion von Tether vernichtet. Mit dieser Funktion kann Tether eingefrorene Guthaben dauerhaft aus dem System entfernen, sodass sie nie wieder in Umlauf kommen können.

Nur 3,6 Prozent der Adressen wurden später wieder von der schwarzen Liste gestrichen. Das deutet darauf hin, dass eingefrorene Guthaben in den meisten Fällen dauerhaft blockiert bleiben.

Eine separate Studie über den Zeitraum 2023 bis 2025 schätzt, dass Tether insgesamt rund 3,3 Milliarden Dollar an Krypto-Guthaben blockiert hat, verteilt auf 7.268 Adressen. Damit liegt das Unternehmen weit vor dem Konkurrenten Circle, dem Herausgeber des Stablecoins USDC.

Tether arbeitet zunehmend mit Behörden zusammen

Tether hat in den vergangenen Monaten mehrfach bestätigt, dass es aktiv mit internationalen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet. Im Februar gab das Unternehmen bekannt, dass es in drei Jahren etwa 4,2 Milliarden Dollar an Tokens eingefroren hat, die möglicherweise mit illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen.

Im April kündigte Tether eine Zusammenarbeit mit dem Office of Foreign Assets Control, kurz OFAC, an, dem Teil des US-Finanzministeriums, das Sanktionen durchsetzt. Dabei wurden mehr als 344 Millionen Dollar in USDT auf zwei Tron-Wallets eingefroren, die laut US-Behörden mit mutmaßlicher Sanktionsvermeidung im Zusammenhang mit Iran in Verbindung stehen sollen.

Auch half Tether Anfang dieses Jahres bei der Beschlagnahmung von über 61 Millionen Dollar in USDT, die mit sogenannten Pig-Butchering-Betrugsmaschen verknüpft sein sollen. Dabei handelt es sich um Online-Anlagebetrügereien, bei denen Kriminelle über falsche Plattformen und vorgetäuschte Freundschaften das Vertrauen der Opfer gewinnen, um sie anschließend massiv zu betrügen.

Diskussion über Macht der Stablecoin-Herausgeber nimmt zu

Die steigende Anzahl eingefrorener Guthaben sorgt für Diskussionen in der Kryptobranche. Kritiker weisen darauf hin, dass Stablecoin-Herausgeber wie Tether viel Kontrolle über Transaktionen und Wallets haben, da sie Guthaben blockieren oder vernichten können. Befürworter sehen diese Befugnisse hingegen als notwendig an, um Finanzkriminalität zu bekämpfen und Nutzer besser vor Betrug zu schützen.

Auch im Bereich DeFi, also Decentralized Finance, einem Sektor von Finanzdienstleistungen ohne Banken auf Blockchains, wächst die Diskussion darüber, wie viel Macht Protokolle und Verwalter haben dürfen, wenn Geldströme nach Hacks oder Missbrauch gestoppt werden müssen.

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