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Circle Internet Group hat am Mittwoch rund 5 Prozent zugelegt, obwohl die Quartalszahlen auf den ersten Blick gemischt ausfielen. Der Emittent des Stablecoins USDC erzielte einen höheren Gewinn als von Analysten erwartet, blieb beim Umsatz jedoch hinter den Prognosen zurück.

Anleger konzentrierten sich jedoch vor allem auf die deutlich angehobenen Wachstumserwartungen für Arc, die neue Blockchain-Plattform von Circle.

Der Kursanstieg folgt auf eine schwierige Phase für die Aktie. Im vergangenen Monat verlor Circle an einem Handelstag mehr als 17 Prozent, nachdem Open USD (OUSD) angekündigt worden war, eine neue Stablecoin-Initiative, die von mehr als 140 Unternehmen unterstützt wird.

Circle überrascht mit höherem Gewinn und optimistischem Ausblick

Circle meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 701 Millionen Dollar, ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit blieb das Unternehmen allerdings unter der Analystenerwartung von rund 713 Millionen Dollar.

Der Gewinn fiel dagegen besser aus. Circle verdiente 48 Millionen Dollar oder 18 Cent je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit 16 Cent je Aktie gerechnet. Auch das bereinigte EBITDA stieg um acht Prozent auf 143 Millionen Dollar.

Die größte Überraschung lag im Ausblick. Circle hob die Prognose für den Jahresumsatz aus Abonnements und Dienstleistungen deutlich an. Statt wie bisher 150 bis 170 Millionen Dollar erwartet das Unternehmen nun 310 bis 330 Millionen Dollar. Nach Angaben von Circle geht die starke Anhebung vor allem auf Arc zurück, das eigene Blockchain-Netzwerk, das am 16. September öffentlich startet.

Vorstandschef Jeremy Allaire räumte ein, dass das aktuelle Marktumfeld bei Kryptowährungen und die niedrigeren Zinsen das Unternehmen vorerst belasten. Zugleich verwies er auf wichtige Fortschritte, darunter die US-Banklizenz für Circle, den Start von Arc und den weiteren Ausbau institutioneller Partnerschaften mit Unternehmen wie BlackRock, BNY, Standard Chartered, Visa und Mastercard.

Open USD löste im vergangenen Monat starke Verkäufe aus

Die Erholung vom Mittwoch folgt auf eine Phase starken Drucks im vergangenen Monat. Damals verlor Circle mehr als 17 Prozent, nachdem Open USD angekündigt worden war.

Das neue Stablecoin-Projekt wird von einem Konsortium aus mehr als 140 Unternehmen unterstützt, darunter Visa, Mastercard, Stripe und Coinbase. Vor allem die Beteiligung von Coinbase verunsicherte Anleger. Die Kryptobörse ist seit Jahren der wichtigste Vertriebspartner von USDC und erhält einen erheblichen Teil der Erträge aus dem Stablecoin.

Seit der Ankündigung haben die Sorgen jedoch etwas nachgelassen. In jüngsten Quartalspräsentationen machten Coinbase, Visa und Mastercard deutlich, dass sie nicht auf einen einzigen Stablecoin setzen. Stattdessen wollen sie mehrere Stablecoins unterstützen. Open USD gilt dabei als zusätzliches Zahlungsnetzwerk und nicht als direkter Ersatz für USDC.

Mehrere Analysten bezeichnen den deutlichen Kursrückgang des vergangenen Monats daher als überzogene Reaktion. Sie verweisen darauf, dass USDC weiterhin von einer großen Nutzerbasis, hoher Liquidität und einer starken Position am Kryptomarkt profitiert.

Der Wettbewerb nimmt zu, doch Circle setzt auf Wachstum

Risiken bleiben dennoch bestehen. Morgan Stanley senkte Anfang der Woche die Einstufung der Aktie und warnte, dass sich das Wachstum von USDC abschwächt, während der Wettbewerb immer stärker wird. Auch die geringe Aktivität am Kryptomarkt belastet derzeit die Nachfrage nach Stablecoins.

Dem steht gegenüber, dass Circle sein Ökosystem weiter ausbaut. Die Menge der im Umlauf befindlichen USDC stieg binnen Jahresfrist um 19 Prozent auf mehr als 73 Milliarden Dollar. Zudem legte das Transaktionsvolumen auf der Blockchain gegenüber dem Vorjahr um mehr als 150 Prozent zu.

Für Anleger scheint vor allem die Zukunftsperspektive ausschlaggebend zu sein. Die Kombination aus Arc, neuen institutionellen Partnerschaften und einer deutlich höheren Umsatzprognose für die neuen Aktivitäten wog am Mittwoch schwerer als die enttäuschenden Umsatzzahlen.

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