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Western Union macht einen großen Schritt in den Markt für digitale Zahlungen. Der Zahlungsdienstleister hat Stablecard eingeführt, eine Visa-Karte, mit der Nutzer Stablecoins empfangen, verwahren und ausgeben können, ohne das Geld zuvor auf ein klassisches Bankkonto zu überweisen.

Stablecoins direkt per Visa-Karte ausgeben

Western Union hatte seine Stablecoin-Strategie bereits im Mai angekündigt. Damals brachte das Unternehmen USDPT auf den Markt, einen an den US-Dollar gekoppelten Coin, der im Netzwerk von Solana (SOL) ausgegeben wird. Der Stablecoin soll internationale Zahlungen schneller und günstiger machen.

Nun folgt der nächste Schritt dieser Strategie: eine eigene Zahlungskarte, die an USDPT gekoppelt ist. Die Karte ist seit dem 4. August in 37 Märkten verfügbar. Western Union will die Zahl bis zum Jahresende auf mehr als 60 ausweiten. Damit bringt das 175 Jahre alte Unternehmen Stablecoins direkt zu Verbrauchern, die dafür kaum Kryptoerfahrung benötigen.

So funktioniert die Karte

Stablecard besteht aus einer digitalen Wallet und einer damit verbundenen Visa-Karte. In der Wallet können Nutzer USDPT verwahren und Geldtransfers von Western Union direkt empfangen. Anschließend lässt sich das Guthaben online, in Geschäften oder an Geldautomaten ausgeben. Die Karte kann außerdem zu Apple Pay und Google Pay hinzugefügt werden.

Besonders in Ländern mit stark schwankender Landeswährung kann das attraktiv sein. Empfänger müssen das Geld nicht sofort umtauschen, sondern können den Wert zunächst in digitalen Dollar halten und später entscheiden, wann sie ihn ausgeben.

Das Fintech-Unternehmen Rain stellt die zugrunde liegende Wallet- und Karteninfrastruktur bereit. Nutzer erhalten dadurch eine einzige App, mit der sie USDPT empfangen, verwahren, versenden und ausgeben können, ohne selbst mit komplexer Blockchain-Software arbeiten zu müssen.

Western Union stellt sein Geschäftsmodell neu auf

Stablecard ist allerdings mehr als nur eine zusätzliche Zahlungskarte. Das Produkt zeigt, dass Western Union sein traditionelles Geschäftsmodell an den Aufstieg von Stablecoins anpassen will.

Digitale Dollar können internationale Zahlungen schneller und günstiger abwickeln als viele bestehende Systeme. Das setzt Zahlungsdienste wie Western Union unter Druck, die traditionell an Transaktionsgebühren und Wechselkursaufschlägen verdienen.

Western Union hat jedoch einen Vorteil, der vielen Kryptounternehmen fehlt: eine weltweit bekannte Marke, Hunderttausende physische Standorte und bestehende Lizenzen in großen Teilen der Welt. Mit Stablecard versucht das Unternehmen, diese Infrastruktur mit der Geschwindigkeit von Blockchain-Zahlungen zu verbinden.

Western Union ist allerdings nicht der erste Anbieter, der diesen Weg einschlägt. Andere Unternehmen bieten bereits vergleichbare Zahlungskarten an. So haben Coinbase und Crypto.com bereits Visa-Karten, mit denen Nutzer ihre Kryptoguthaben ausgeben können, während die MetaMask Card Stablecoins bei Zahlungen über Mastercard direkt aus der eigenen Wallet umwandelt.

Western Union hebt sich vor allem dadurch ab, dass Stablecard an das weltweite Netzwerk für internationale Geldtransfers und Barauszahlungen gekoppelt ist.

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